09.03.2006
Angebote für jede Tageslaune
Projekttage im Urloffener Kindergarten »St. Martin« / Pommes stammen nicht aus der Tüte
 

An jedem Mittwoch treffen sich Kinder und Erzieherinnen des Kindergartens St. Martin im Turnraum. Eine recht demokratische Einrichtung, denn die Kinder können sich bei dem Treffen aus dem reichen Angebot ihr Projekt aussuchen.

Von: Wolfgang Löhnig

Appenweier-Urloffen. Kaum haben die Erzieherinnen verraten, welche Aktivitäten sie den Kindern anbieten, schnellen auch schon die Finger in die Höhe, am liebsten würden alle überall mitmachen. Vom Tanz, bei dem die Kindergartenkinder schon mal Rhythmus spüren sollen, über einen fröhlichen Spieltreff sowie Spiele bei Gesang und Rhythmus, Märchen und Fantasiereisen oder den Inhalt einer Schatzkiste wird ein vielfältiges Programm angeboten. Dazu gehört auch die Offerte, in der Zwergenküche einen Shake aus Äpfeln, Buttermilch und Honig zu kreieren oder aus Weingläsern ein Wasserxylophon zu konstruieren.

Äpfel zerteilen
In der Zwergenküche erhielten am gestrigen Mittwoch die Kids Tipps von Meisterköchen, dazu viele Informationen. Zum Beispiel jene, dass Pommes aus Kartoffeln hergestellt werden und nicht einfach aus der Tüte kommen. Aufregung herrschte bei Michell, Lisa-Maria, Lea und Benedikt, als Erzieherin Stefanie Grabowski eine Tüte mit Äpfeln öffnete, eher nicht scharf schneidende (Ess-)Messer verteilte und die Kinder aufforderte, die Äpfel zu zerteilen. Unzerteilt gehen sie nämlich nicht in den Mixer. Schon einmal eine Erfahrung für die Kids. Das Kerngehäuse wurde entfernt, der Stiel und der »Butzen«, Reste der Blüte des Apfels. Die Kinder lernten, dass man ein auf den Boden gefallenes Stück Obst auch abwaschen kann und nicht direkt in den Müll gibt. Sie erfuhren Wissenswerte über die Apfelblüte, das Wachsen der Frucht und über die Kerne.

Aus Kernen gebe es neue Bäume, warf Benedikt in die Diskussion ein, und dass sein Opa Zwetschgen und Mirabellen anpflanze, wurde von der Erzieherin geschickt genutzt, die Kinder darüber zu informieren, dass es auch Steinobst gebe. Und als man sich am Ende das Ergebnis, den Drink, der noch mit einem nicht gemixten Apfel garniert war, zu Gemüte führen konnte, waren die Kinder begeistert.

Unterschiedliche Töne
Derweil bastelte die Gruppe um Tanja Zippenfenig ein Wasserxylophon. Mit unterschiedlichen Mengen Wassers gefüllte Weingläser ergaben unterschiedliche Töne, eine Tonleiter, wie die Kinder wussten. Eifrig waren sie dabei, mit einem Kochlöffel die Gläser anzuschlagen und die richtigen Töne zu finden.

Frei und selbstständig
»Mit den Projekttagen soll die Gemeinschaft der Einrichtung gefördert werden«, erläuterte Kindergartenleiterin Zippenfenig. Die Kinder lernen sich besser kennen, können sich frei und selbstständig, je nach Tageslaune, für ein Angebot entscheiden. Da sie in jeweils anderen Gruppen agieren, kämen sie auch in den Genuss der Stärken der anderen Erzieherinnen, unterstrich sie.

In einer ersten Phase der Projekttage bekämen die Kinder die Möglichkeit, in alle angebotenen Bereiche hineinzuschnuppern. Können und Begeisterungsfähigkeit werden festgestellt, in einer weiteren Phase sollten sie sich für längerfristige Projekte entscheiden.


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