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An jedem Mittwoch treffen sich Kinder und Erzieherinnen des
Kindergartens St. Martin im Turnraum. Eine recht demokratische
Einrichtung, denn die Kinder können sich bei dem Treffen aus dem
reichen Angebot ihr Projekt aussuchen.
Von: Wolfgang Löhnig
Appenweier-Urloffen. Kaum haben die Erzieherinnen verraten,
welche Aktivitäten sie den Kindern anbieten, schnellen auch schon
die Finger in die Höhe, am liebsten würden alle überall mitmachen.
Vom Tanz, bei dem die Kindergartenkinder schon mal Rhythmus spüren
sollen, über einen fröhlichen Spieltreff sowie Spiele bei Gesang und
Rhythmus, Märchen und Fantasiereisen oder den Inhalt einer
Schatzkiste wird ein vielfältiges Programm angeboten. Dazu gehört
auch die Offerte, in der Zwergenküche einen Shake aus Äpfeln,
Buttermilch und Honig zu kreieren oder aus Weingläsern ein
Wasserxylophon zu konstruieren.
Äpfel zerteilen
In der Zwergenküche erhielten am gestrigen Mittwoch die Kids Tipps
von Meisterköchen, dazu viele Informationen. Zum Beispiel jene, dass
Pommes aus Kartoffeln hergestellt werden und nicht einfach aus der
Tüte kommen. Aufregung herrschte bei Michell, Lisa-Maria, Lea und
Benedikt, als Erzieherin Stefanie Grabowski eine Tüte mit Äpfeln
öffnete, eher nicht scharf schneidende (Ess-)Messer verteilte und
die Kinder aufforderte, die Äpfel zu zerteilen. Unzerteilt gehen sie
nämlich nicht in den Mixer. Schon einmal eine Erfahrung für die
Kids. Das Kerngehäuse wurde entfernt, der Stiel und der »Butzen«,
Reste der Blüte des Apfels. Die Kinder lernten, dass man ein auf den
Boden gefallenes Stück Obst auch abwaschen kann und nicht direkt in
den Müll gibt. Sie erfuhren Wissenswerte über die Apfelblüte, das
Wachsen der Frucht und über die Kerne.
Aus Kernen gebe es neue Bäume, warf Benedikt in die Diskussion
ein, und dass sein Opa Zwetschgen und Mirabellen anpflanze, wurde
von der Erzieherin geschickt genutzt, die Kinder darüber zu
informieren, dass es auch Steinobst gebe. Und als man sich am Ende
das Ergebnis, den Drink, der noch mit einem nicht gemixten Apfel
garniert war, zu Gemüte führen konnte, waren die Kinder begeistert.
Unterschiedliche Töne
Derweil bastelte die Gruppe um Tanja Zippenfenig ein Wasserxylophon.
Mit unterschiedlichen Mengen Wassers gefüllte Weingläser ergaben
unterschiedliche Töne, eine Tonleiter, wie die Kinder wussten.
Eifrig waren sie dabei, mit einem Kochlöffel die Gläser anzuschlagen
und die richtigen Töne zu finden.
Frei und selbstständig
»Mit den Projekttagen soll die Gemeinschaft der Einrichtung
gefördert werden«, erläuterte Kindergartenleiterin Zippenfenig. Die
Kinder lernen sich besser kennen, können sich frei und
selbstständig, je nach Tageslaune, für ein Angebot entscheiden. Da
sie in jeweils anderen Gruppen agieren, kämen sie auch in den Genuss
der Stärken der anderen Erzieherinnen, unterstrich sie.
In einer ersten Phase der Projekttage bekämen die Kinder die
Möglichkeit, in alle angebotenen Bereiche hineinzuschnuppern. Können
und Begeisterungsfähigkeit werden festgestellt, in einer weiteren
Phase sollten sie sich für längerfristige Projekte entscheiden. |