Gestern wurde der Rad- und Gehweg zwischen Appenweier und Nesselried
eröffnet. Bereits zum offiziellen Teil, vormittags am Appenweierer
Ortsausgang, waren etwa 200 Zaungäste gekommen.
Von: Kerstin Handsteiner
Appenweier. »Ich bin überwältigt, dass so viele Bürger gekommen sind«,
sagte Landrat Klaus Brodbeck gestern Vormittag bei der offiziellen
Einweihung des Radweges zwischen Appenweier und Nesselried. Das große
Interesse zeige, dass die Maßnahme richtig gewesen sei. Brodbeck wertete den
neuen Radweg als Beitrag zur Verkehrssicherheit sowie als Gewinn für die
Tourismusregion: »Viele Urlauber richten heute ihre Planungen schon nach
einem entsprechenden Radwegenetz aus.«
Der Landrat ging zudem auf technische Details ein: »Mit der Baumaßnahme
konnte die Fahrbahn der K 5322 auf 5,50 Metern, im Kurvenbereich sogar auf
bis 6,50 Metern verbreitert und auf einer Länge von 1,4 Kilometern neu
asphaltiert werden.« Der 2,50 Meter breite Radweg erstrecke sich auf einer
Länge von 1,6 Kilometern zwischen den beiden Ortseingängen und ende jeweils
mit einer Überquerungshilfe.
Brodbeck rechnete auch noch einmal die Kosten vor: Sie betrugen für den
Bau und Grunderwerb rund 970 000 Euro. Davon trägt die Gemeinde Appenweier
ca. 306 000 Euro, der Ortenaukreis ca. 209 000 Euro; der Rest (455 000 Euro)
wird aus Zuschussmitteln des Landes finanziert.
Die (schier unendliche) Geschichte des Radweges ließ Bürgermeister
Hansjürgen Stein Revue passieren: »Seit über 20 Jahren ist er Thema in der
Gemeinde, vor 15 Jahren wurde erstmals der Bau beantragt.« Stein erinnerte
an eine Reihe Verwaltungsakte (Verkehrszählungen, Mittelaufnahme,
Planfeststellungsverfahren etc.), die teils mehrfach verschoben wurden und
dankte seinem Vorgänger Siegfried Götz für dessen Einsatz für den Radweg.Ein
wenig stolz zeigte sich Stein angesichts der Vorgeschichte, dass er sein
Versprechen aus der Bürgerversammlung 2003 (»2004 wird mit dem Bau
begonnen.«) halten konnte. »Nun ist diese unendliche Geschichte zu einem
glücklichen Ende gekommen und sogar schneller als ursprünglich geplant«,
sagte Stein, der allen Beteiligten, vor allem den Grundstückseigentümern,
dankte.
Dem schloss sich auch Nesselrieds Ortsvorsteher Klaus Sauer an, der vor
allem auch das bürgerschaftliche Engagement hervorhob. Zudem befand er:
»Heute geht ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung.« Für ihn sie damit nach
über 30 Jahren der Verwaltungsreform endlich auch die Infrastruktur
geschaffen worden, damit die Ortsteile zusammenleben und
-wirken könnten. Allerdings verwies der Polizist Sauer auch: »Wir haben
neben dem Radweg eine schöne Straße bekommen, die zum Schnellfahren
einlädt.« Es sei kein böser Wille, sondern mit Bedacht auf die
Verkehrssicherheit habe er seine Kollegen gebeten, künftig verstärkt die
Geschwindigkeiten auf der neuen K 5322 zu kontrollieren. Spontaner Applaus
gab seinem Ansinnen recht.
Nachdem mit einem Glas Sekt auf die Maßnahme anstoßen wurde, radelte man
gemeinsam zum großen Fest nach Nesselried (Bericht morgen) |