05.09.2005
Das Ende einer langen Geschichte
Appenweierer und Nesselrieder weihten gestern ihren Radweg ein / 200 Radler kamen zum Festakt

Gestern wurde der Rad- und Gehweg zwischen Appenweier und Nesselried eröffnet. Bereits zum offiziellen Teil, vormittags am Appenweierer Ortsausgang, waren etwa 200 Zaungäste gekommen.

Von: Kerstin Handsteiner

Appenweier. »Ich bin überwältigt, dass so viele Bürger gekommen sind«, sagte Landrat Klaus Brodbeck gestern Vormittag bei der offiziellen Einweihung des Radweges zwischen Appenweier und Nesselried. Das große Interesse zeige, dass die Maßnahme richtig gewesen sei. Brodbeck wertete den neuen Radweg als Beitrag zur Verkehrssicherheit sowie als Gewinn für die Tourismusregion: »Viele Urlauber richten heute ihre Planungen schon nach einem entsprechenden Radwegenetz aus.«

Der Landrat ging zudem auf technische Details ein: »Mit der Baumaßnahme konnte die Fahrbahn der K 5322 auf 5,50 Metern, im Kurvenbereich sogar auf bis 6,50 Metern verbreitert und auf einer Länge von 1,4 Kilometern neu asphaltiert werden.« Der 2,50 Meter breite Radweg erstrecke sich auf einer Länge von 1,6 Kilometern zwischen den beiden Ortseingängen und ende jeweils mit einer Überquerungshilfe.

Brodbeck rechnete auch noch einmal die Kosten vor: Sie betrugen für den Bau und Grunderwerb rund 970 000 Euro. Davon trägt die Gemeinde Appenweier ca. 306 000 Euro, der Ortenaukreis ca. 209 000 Euro; der Rest (455 000 Euro) wird aus Zuschussmitteln des Landes finanziert.

Die (schier unendliche) Geschichte des Radweges ließ Bürgermeister Hansjürgen Stein Revue passieren: »Seit über 20 Jahren ist er Thema in der Gemeinde, vor 15 Jahren wurde erstmals der Bau beantragt.« Stein erinnerte an eine Reihe Verwaltungsakte (Verkehrszählungen, Mittelaufnahme, Planfeststellungsverfahren etc.), die teils mehrfach verschoben wurden und dankte seinem Vorgänger Siegfried Götz für dessen Einsatz für den Radweg.Ein wenig stolz zeigte sich Stein angesichts der Vorgeschichte, dass er sein Versprechen aus der Bürgerversammlung 2003 (»2004 wird mit dem Bau begonnen.«) halten konnte. »Nun ist diese unendliche Geschichte zu einem glücklichen Ende gekommen und sogar schneller als ursprünglich geplant«, sagte Stein, der allen Beteiligten, vor allem den Grundstückseigentümern, dankte.

Dem schloss sich auch Nesselrieds Ortsvorsteher Klaus Sauer an, der vor allem auch das bürgerschaftliche Engagement hervorhob. Zudem befand er: »Heute geht ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung.« Für ihn sie damit nach über 30 Jahren der Verwaltungsreform endlich auch die Infrastruktur geschaffen worden, damit die Ortsteile zusammenleben und
-wirken könnten. Allerdings verwies der Polizist Sauer auch: »Wir haben neben dem Radweg eine schöne Straße bekommen, die zum Schnellfahren einlädt.« Es sei kein böser Wille, sondern mit Bedacht auf die Verkehrssicherheit habe er seine Kollegen gebeten, künftig verstärkt die Geschwindigkeiten auf der neuen K 5322 zu kontrollieren. Spontaner Applaus gab seinem Ansinnen recht.

Nachdem mit einem Glas Sekt auf die Maßnahme anstoßen wurde, radelte man gemeinsam zum großen Fest nach Nesselried (Bericht morgen)


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