30.07.2005
Sperrung des Römerwegs ein Unding  
Urloffens Ortschaftsratsmitglieder über einen Entscheidungsvorschlag des Bezirksbeirates verärgert
 

Urloffens Ortsvorsteher Siegfried Spengler hat zu den unterschiedlichsten Tageszeiten den Römerweg befahren und festgestellt, dass das Verkehrsaufkommen »so riesig auch wieder nicht ist«, wie im Kernort immer wieder angenommen wird.

Von: Wolfgang Löhnig

Appenweier-Urloffen (lö). Nachdem sich der Bezirksbeirat in Appenweier für eine Sperrung des Römerwegs ausgesprochen hatte, befasste sich der Ortschaftsrat Urloffen mit den beabsichtigten Einschränkungen. Einstimmige Meinung: Die Entscheidung des Bezirksbeirates wird nicht mitgetragen. Vor weiteren Diskussionen sollte eine Verkehrszählung durchgeführt werden, und zwar auf der Strecke zwischen dem bebauten Teil des wergs im Kernort und dem Ortsteil Zimmern.
Dass sich bisher lediglich der Bezirksbeirat Appenweier mit dem Thema Sperrung der Römerstraße befasst habe, war für die Urloffener ein Unding. Rund 75 Prozent des Weges führen über Urloffener Gemarkung. Der Römerweg sei zudem eine der ältesten Straßenverbindungen im Land, machte Spengler deutlich. Er sei durchweg vier Meter breit und gut zu befahren.
Mit seinem Vorschlag einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h konnte sich Urloffens Ortsvorsteher bei seinen Kollegen nicht durchsetzen. Da der Weg aber von Appenweierer Schülern genutzt wird, die mit dem Rad nach Renchen fahren, sollte vor dem viel befahrenen Gemeindeverbindungsweg zwischen Zimmern und Zusenhofen ein Stoppschild und eine Straßenmarkierung angebracht werden. Zum Schutz der Kinder.
Aus der Presse erfahren
Eine anhaltende Diskussion hatte sich vor dem Beschluss entwickelt. So reklamierte Anita Herrmann, dass sie von der beabsichtigten Sperrung des Römerwegs erst aus der Presse erfahren habe.
Für Wendelin Huschle war es »glasklar«, dass er einer Sperrung nie zustimmen könne. Einer Geschwindigkeitsbegrenzung erteilte er eine Absage. Für Edmund Kranz ist die Diskussion über eine Sperrung nicht nachvollziehbar, da es gerade beim Römerweg keine Unfälle gibt, er könne sich jedenfalls an keinen erinnern.
Anlieger gleich Anlüger?
Karl-Heinz Moll: »Dem Bezirksbeirat steht es nicht an, über eine Sperrung zu beschließen.« Der Erfolg einer Sperrung mit dem Vermerk »Anlieger frei« steht ohnedies in Frage, da letztlich auch die Golfspieler Anlieger wären. Zudem erinnerte Moll an das Synonym von Anlieger, das da heißt »Anlüger«.
Auch für Herbert Steinebrunner kommt eine Sperrung des Römerwegs nicht infrage. Das geplante Stoppschild sei in Ordnung.


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