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Erneut Diskussion um Sauers Gitter im Wannenbach /
Bezirksbeirat machte sich Bild vor Ort
Die Schwäne im Wannenbach erhitzten am Montagabend erneut die Gemüter in
Appenweier – erst bei einem Vororttermin in der Bachstraße, später im
Sitzungssaal.
Von: Kerstin Handsteiner
Appenweier. »Die Federführung liegt nicht bei mir«, stellte Bürgermeister
Hansjürgen Stein beim Vororttermin am Montagabend in der Bachstraße, Höhe
Stumpengasse, zum Fall »Sauers Schwäne« (wir berichteten) noch einmal klar
und verwies erneut auf eine offizielle Anfrage, aufgrund derer er die
Angelegenheit ans Wasserwirtschaftsamt weitergeleitet habe. Wie bekannt, hat
das Amt daraufhin mitgeteilt, dass das Absperrgitter in wasserrechtlicher
Hinsicht nicht genehmigungsfähig sei. Zwischenzeitlich wurde es auch
abgebaut. Die Schwäne befinden sich – laut Klemens Sauer – in einer
»Notunterkunft«.
Unklar war bisher, wer sich an die Gemeinde gewandt hatte, Montagabend stand
er Rede und Antwort: Dietmar Müller, Mitpächter des Fischgewässers. »Was
spricht gegen das Gitter?«, erkundigte sich Karl-Heinz Ulm (CDU). In erster
Linie sei es beim Abfischen hinderlich, in zweiter Linie freuten Schwäne
keinen Fischer, da sie die Brut sowie Krebse und andere Kleintiere, die
Grundlage für Fischnahrung, fressen würden. Zudem ärgerte Müller, dass die
Fischer für das Gewässer Pacht zahlen und jemand Fremdes dann einfach ein
Gitter einbaut.
»Ja oder nein?«
»Ich habe mit dem Fischpächter Bruno Vollmer gesprochen«, sagte dagegen
Klemens Sauer: »Er hat mir ein Signal gegeben, dass auch er gerne Schwäne im
Wannenbach habe.« Es sei ihm nicht bewusst gewesen, »dass es fünf Pächter
gibt«. Josef Grumer (FWV) erzählte von hunderten Gänsen und Enten, die sich
seinerzeit im Wannenbach tummelten und von Tradition. Auf sein
Positionspapier »Schwäne im Wannenbach: ja oder nein?« ging Anwohner
Heinrich Waldschütz ein. Er sprach von Dorfverschönerung, die der Gemeinde
keine Kosten verursachen würde und »dass sich die Gemeinde vom
Bedenkenträger zum Lösungsfinder wandeln sollte«. »Gegen die Schwäne hat
keiner was«, sagte Stein. »Die Schwäne sind okay«, befand auch Thomas
Duttenhöfer (CDU), der allerdings aufforderte, dass man differenzieren
müsse: »Die Schwanenhaltung ist die eine Seite, dass das Gitter nicht
genehmigungsfähig ist, die andere.« Es sei nicht zielführend, stundenlang zu
diskutieren, mahnte Duttenhöfer. Gebracht hat es nicht viel.
Während Petra Salenbacher (CDU) allerdings vorschlug, die Gemeinde sollte
sich kundig machen, ob es nicht eine andere Möglichkeit gebe, die Schwäne zu
halten, erzählte Josef Sauer – wie schon zuvor Waldschütz – von Frauen, die
keine Lust mehr hätten, sich weiterhin ehrenamtlich um die Blumen am Bach zu
kümmern, wenn die Schwäne weg sind.
»Schade, dass polemisiert wird«, befand Theo Walz (SPD). »Die Blumen haben
mit den Schwänen nichts zu tun«, versuchte auch Stein die Debatte auf den
ursprünglichen Punkt zurückzuführen und erklärte noch einmal den
Hochwasserschutz: »Wenn es in Nesselried schüttet, bekommen wir das in
Appenweier vielleicht nicht sofort mit, Treibgut, das angespült wird, könnte
sich aber im Gitter verfangen.«
Die Diskussion um eine »elektro-mechanische Lösung« (Stefan Bügler, CDU)
ging anschließend auch im Sitzungssaal weiter. Fritz Sälinger (SPD)
forderte, »etwas 100-Prozentiges zu machen«, Salenbacher stellte den Antrag
auf eine »zeitnahe Lösung«. Duttenhöfer fand es dagegen »bedauerlich«, dass
nicht von vornherein der »normale Weg« (sprich: eine behördliche
Genehmigung) gegangen worden ist, »dann müssten wir uns jetzt nicht die
Köpfe zerbrechen«. Zudem meinte er: »Man sollte aus dem Thema kein Politikum
machen!« »Das ist es bereits«, so Brigitte Mans (Frauenliste). »Es ist
Wahlkampf«, murmelte ein anderer dazwischen.
Nach langer, phasenweise emotionaler Debatte fand man dann doch einstimmig
ein Ergebnis: Verwaltung und Familie Sauer (sie übernimmt die Kosten) sollen
sich beim Wasserwirtschaftsamt nach einer Lösungsmöglichkeit erkundigen, mit
der auch die Fischer leben können. Sie will man gegebenenfalls auch für den
Eingriff ins Fischrecht entschädigen. |