08.06.2005
Schwarzwaldschule im Wandel der Zeit
Ausstellungen und Präsentationen bei 30-Jahr-Feier / Neuer Bildungsplan ist große Herausforderung
 

Die Schwarzwaldschule Appenweier feiert am kommenden Samstag, 11. Juni, ihr 30-jähriges Bestehen. Drei Jahrzehnte, in denen sich nicht nur das Gebäude, sondern auch der Lehrplan und vor allem die Schüler verändert haben.

Von: Kerstin Handsteiner

Appenweier. Schule heute ist nicht mehr wie Schule anno 1975. Auch nicht die Schwarzwaldschule Appenweier, die am 29. August 1975 eingeweiht wurde. Wie sich die Einrichtung in den vergangenen 30 Jahren verändert hat, will die Schule am Samstag demonstrieren. »Wir feiern kein originäres Schulfest«, sagt Rektor Ralf Moll, »sondern zeigen, was die Schwarzwaldschule zu bieten hat.« Neben einem Show-Programm auf der Hauptbühne gibt's daher auch viele Ausstellungen. Eine davon beschäftigt sich mit der Geschichte des Gebäudes. »Schon 1957 hat es Gespräche mit dem Gemeinderat gegeben, dass die Schule, damals im Rathaus II, zu klein sei«, erzählt Moll. 1970 habe dann der Gemeinderat den ersten Antrag, eine Schule für alle drei Ortsteile zu bauen, ans Kultusministerium gestellt. 1974 sei der erste Spatenstich erfolgt und 1995 das Gebäude um die Grundschule erweitert worden.
»Gezielt wollen wir auch zeigen, was sich in den letzten fünf Jahren unter intensiver Mitbeteiligung der Gemeinde verändert hat«, so Moll. Seit fünf Jahren ist er Leiter der Schwarzwaldschule. Seine Vorgänger: Hermann Stäbler (1975 bis 1984), Adelbert Lehmann (1984 bis 1988), Günter Kleinert (kommissarisch von 1988 bis 1990) und Alois Ochs (1990 bis 2000).
Moderne Technik
Molls Bilanz fällt gut aus: neue Küche, neuer Verwaltungstrakt, Investitionen in Computer und moderne Technik, eine Bücherei für die Grundschule, jene für die Hauptschule ist in Planung.
Viel wesentlicher erscheint ihm aber, was sich im pädagogischen Bereich getan hat: Einführung des 10. Schuljahres, Einrichtung des Hortes und der Verlässlichen Grundschule, Streitschlichterprogramm und Schulprofil. Letzteres umfasst drei Bereiche: Sport- und Bewegungserziehung, Berufsorientierung sowie Sozialkompetenzen. »Das Profil steht jedes Jahr auf den Prüfstand und wird weiterentwickelt«, erklärt der Rektor, für den deshalb der Blick nach vorne wichtiger ist als zurück – etwa auf ein Bewerbungs- und Benimmtraining für Acht- und Neuntklässler im kommenden Jahr oder auf die neu renovierte Schwarzwaldhalle.
Und wie schaut’s mit den Schülern aus? »Auch sie haben sich stark verändert«, weiß Moll aus der täglichen Erfahrung: »In den 70er-Jahren, sinnvoll oder nicht, war es noch möglich, lange Phasen frontal zu unterrichten. Das ist heute nahezu ausgeschlossen.« Die Schüler können sich nicht mehr so gut konzentrieren, Probleme/Schwierigkeiten von zu Hause werden in die Schule mitgebracht. »Wir sind heute nicht nur Wissensvermittler, sondern auch Sozialpädagoge, Erzieher, Berater und manchmal Familientherapeut«, so Moll. Die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen (Psychologischer und Sozialer Dienst) werde daher immer wichtiger. Wichtiger denn je sei daher auch die Kooperation der Eltern mit der Schule, die – so bedauert Moll – allerdings nachlasse, je älter die Kinder werden.
Fachverbünde
»Die größte Herausforderung seit 30 Jahren ist im Moment der neue Bildungsplan«, sagt der Rektor. Habe es früher Inhalte gegeben, liege heutzutage der Schwerpunkt auf Kompetenzerwerb. Die Schule habe dadurch zwar mehr Gestaltungsspielraum, der verlange von den Lehrern aber immer mehr Teamarbeit. »So gibt es zum Beispiel das Fach Technik nicht mehr, es wird auf die Fachverbünde WAG (Wirtschaft, Arbeit, Gesundheit) und MNT (Materie, Natur, Technik) aufgeteilt«, führt Moll an, der sicher ist: »Der neue Bildungsplan wird uns über lange Zeit begleiten.« Bereits ab dem kommenden Schuljahr gibt es landeseinheitliche Arbeiten für die Klassen 2, 4, 6 und 9. Regelmäßig finden künftig Bewertungen (Selbst- und Fremdevaluationen) statt. »Jede Schule wird in fünf bis zehn Jahren wissen, wo ihre Stärken und Schwächen sind«, so Moll.
Und wer schon jetzt mehr über die Schwarzwaldschule wissen möchte, hat dazu am Samstag Gelgenheit.

Programm
Mit einem Fest wird am kommenden Samstag, 11. Juni, von 13 bis 18 Uhr, »30 Jahre Schwarzwaldschule« gefeiert. Hier ein Auszug des umfangreichen Programms:
Auf der Hauptbühne führen die Klassen 5/9b um 13.30 und 14.30 Uhr je einen Tanz auf, die 7a/7b um 16.30 Uhr einen Jazztanz. »Alle Kinder können lesen« heißt es um 14 Uhr bei der 1b, die 1 a zeigt um 13.45 Uhr das Singspiel »Der Regenbogenfisch«. Auch zwei Theateraufführungen gibt’s – und zwar »Das große Lalula« von der 3 a (15 Uhr) und »Das schönste Ei der Welt« von der 2a/2b um 15.30 Uhr. Herzskulpturen versteigert die 7a/7b schließlich um 17 Uhr. Auch sonst ist in der Schule viel zu sehen – etwa das »Offene Klassenzimmer«, die Schülerbibliothek, das Projekt »Wald« oder »Textile und künstlerische Arbeiten«. Infos gibt’s zudem über die »Geschichte der Schwarzwaldschule«, »Bildungswege nach der Hauptschule« oder einzelne Fächer. keh

 


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