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Von: Kerstin Handsteiner
Als Friedel Spitz steht Bernhard Weller mit seinem
Kollegen Götz Valter (Eugen Stumpf) morgen, Samstag, auf der Bühne von Art
Appenweier. Im Interview spricht der Pfälzer über sein Verhältnis zu den
Badenern und fasst Bürgermeister Steins Dolmetscher-Angebot mehr als
Bedrohung, denn Hilfe auf: »Wehe, ein Schwabe würde hin und her übersetzen!«
Zwei Pfälzer, die sich nach Baden verirren – wie mutig
sind Sie?
Bernhard Weller: Nicht nach Baden verirren, sondern in
Baden verirren. Es gibt im Badischen Umgehungsstraßen für bereits vorhandene
Umgehungsstraßen, d. h. für den Pfälzer gibt es da oft das Problem: Wer
links in den Ort will, muss rechts abbiegen!
Geben Sie häufig Gastspiele außerhalb der Pfalz?
Weller: Mindestens 50 Prozent unserer Auftritte sind
außerhalb. Weil die Pfalz klein ist. Kaum tritt man aufs Gas, schon ist man
in Baden, Hessen oder wenn’s dumm läuft, im Saarland!
Wie hat's bisher außerhalb mit der Verständigung
geklappt?
Weller: Gut, jeder versteht uns, nur im Badischen spielen
wir langsamer!
Falls es morgen in Appenweier Probleme geben sollte,
hat Bürgermeister Stein bereits angekündigt, dass er als Dolmetscher zur
Verfügung steht.
Weller: Wehe, ein Schwabe würde zwischen lebenslustigen
und gesprächigen Badenern und Pfälzern hin und her übersetzen, es bliebe vom
Wortschwall bestenfalls ein Derivat oder das Programm würde gar zur
Pantomimevorstellung mutieren. Der Schwabe redet nicht, er denkt – und
buchstabiert das Ergebnis.
Welche grundsätzlichen Unterschiede bestehen zwischen
Pfälzern und Badenern?
Weller: Das Lebensgefühl: Die Pfälzer fahren ins Badische
zum Arbeiten. Die Badener fahren zum Entspannen und gut Essen in die Pfalz.
Umgekehrt undenkbar!
Warum sollten die Appenweierer Ihr Programm morgen auf
keinen Fall versäumen?
Weller: Bei allen Auslands- Ausflügen von »Spitz &
Stumpf« gilt: Wer uns einmal gesehen hat, der muss immer wieder kommen.
»Spitz & Stumpf« sind das Glutamat der Pfalz. Wer sich die beiden einmal auf
der Zunge zergehen ließ, der muss es immer wieder haben. |