10.12.2004
Stippvisite im Urloffener Altenheim
Bürgermeister, Ortsvorteher und Pfarrer sind sich einig: Die 56 Bewohner werden bestens versorgt


Seit Oktober ist das Altenpflegeheim »St. Martin« in Urloffen voll belegt. 56 Bewohner werden von 45 Pflegekräften betreut. Bürgermeister Hansjürgen Stein besuchte mit Ortsvorsteher Siegfried Spengler und Pfarrer Karlheinz Scheyerle das Heim, dessen Träger die Pfarrgemeinden Urloffen, Appenweier und Nesselried sind.

Von: lö

Appenweier-Urloffen (lö). Gemeinsam mit Heimbewohnern wurde das Frühstück eingenommen. Voll besetzt war dabei der Aufenthaltsraum. Denn, so Geschäftsführer Thomas Ritter, »bei uns nehmen alle, die es können, ihre Speisen in Gesellschaft ihrer Mitbewohner ein, durchaus gewollt und eine feine Sache«.
Bürgermeister Stein nahm den Besuch zum Anlass, Gerüchte anzusprechen, die in jüngster Zeit über das Heim im Umlauf sind: Das Essen wäre nicht ausreichend. Dass es sich lediglich um Gerüchte handeln muss, davon konnte sich die Besuchergruppe überzeugen. Auf dem Frühstücksbüfett standen Kaffee, Tee, Milch, Kakao, Brot, Brötchen, eine Wurst- und Käseplatte, Honig, Marmelade, Butter und Becel. Als Zwischenmahlzeit wird Obst, Joghurt und Buttermilch angeboten und zum Mittag gab es am gestrigen Donnerstag Suppe, Käsespätzle und Salat. Nach Kaffee und Kuchen am Nachmittag wurde am Abend eine bunt garnierte Aufschnittplatte gereicht.
Abwechslungsreich ist das Mittagessen: Heute gibt es Fisch mit Kartoffelbrei und buntes Gemüse, morgen grünen Bohneneintopf mit Rindfleisch. Am Sonntag wartet auf die Senioren ein so genanntes Urloffener Lieblingsgericht: Rindfleisch mit Meerrettich. Natürlich gibt’s auch immer ein Dessert. Dass sie mit der Küche zufrieden sind, bestätigten auch die Heimbewohner dem Aufsichtsrat.
»In unserem Haus gibt es allerdings sehr viele Demenzkranke«, informierte Pflegedienstleiterin Silke Boschert. »Da kann es schon vorkommen, dass ein Bewohner sich vom Tisch erhebt und die Mahlzeit sofort vergessen hat.« Wenn er dann um Brot bittet, kann so etwas schon einmal falsch interpretiert werden. Gerade von Menschen, die im Umgang mit Demenzkranken nicht geübt sind.
Das Personal ist hervorragend ausgebildet, um den unterschiedlichsten Krankheitsbildern gerecht zu werden. Es gibt diverse Krankheiten, mit denen neue Bewohner behaftet sind, wenn sie ihr künftiges Zuhause beziehen. »Wir wissen, wie die Krankheiten zu behandeln sind, und handeln entsprechend«, versicherte Silke Boschert.
Für Pfarrer Karlheinz Scheyerle ist es von Bedeutung, dass sich alle Verantwortlichen immer wieder um das Pflegeheim kümmern, sich selbst vom Befinden der Bewohner überzeugen. »Oft wagen sich diese nicht, Kritik zu üben.«
Für Siegfried Spengler steht fest: »Wir haben ein tolles Heim, um das wir lange gekämpft haben. Gemeinde, Kirche, Land, Landratsamt mussten unter einen Hut gebracht werden, das war nicht einfach. Deshalb sind nicht nur die Beschäftigten gefordert, auch wir werden von außen her darauf achten, dass sich die Bewohner wohl fühlen«. Und das tun sie auch nach Ansicht des Ortsvorstehers. »So wie die Menschen zu uns kommen, so gehen sie auch«, sprach Thomas Ritter das offene Gespräch mit den Heimbewohnern über den Tod an. Bis zum letzten Augenblick werden sie begleitet. Deshalb wird man immer wieder auch einmal den Wagen eines Bestattungsunternehmens vor dem Haupteingang sehen. Das gehöre einfach zum Leben, machte Ritter deutlich.
Pfarrer Karlheinz Scheyerle ergänzte, dass er selbstverständlich als Seelsorger zur Verfügung stehe. Im gegebenen Fall werde er auch nachts die Krankensalbung durchführen.
Und dass im Altenpflegeheim einiges geboten wird, beweist eine Anschlagsäule im Erdgeschoss. Vereine und Personal warten mit den unterschiedlichsten Angeboten auf, um den Bewohnern den Aufenthalt angenehm zu gestalten.


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