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Seit Oktober ist das Altenpflegeheim »St. Martin« in Urloffen voll belegt.
56 Bewohner werden von 45 Pflegekräften betreut. Bürgermeister Hansjürgen
Stein besuchte mit Ortsvorsteher Siegfried Spengler und Pfarrer Karlheinz
Scheyerle das Heim, dessen Träger die Pfarrgemeinden Urloffen, Appenweier
und Nesselried sind.
Von: lö
Appenweier-Urloffen (lö). Gemeinsam mit Heimbewohnern
wurde das Frühstück eingenommen. Voll besetzt war dabei der Aufenthaltsraum.
Denn, so Geschäftsführer Thomas Ritter, »bei uns nehmen alle, die es können,
ihre Speisen in Gesellschaft ihrer Mitbewohner ein, durchaus gewollt und
eine feine Sache«.
Bürgermeister Stein nahm den Besuch zum Anlass, Gerüchte anzusprechen, die
in jüngster Zeit über das Heim im Umlauf sind: Das Essen wäre nicht
ausreichend. Dass es sich lediglich um Gerüchte handeln muss, davon konnte
sich die Besuchergruppe überzeugen. Auf dem Frühstücksbüfett standen Kaffee,
Tee, Milch, Kakao, Brot, Brötchen, eine Wurst- und Käseplatte, Honig,
Marmelade, Butter und Becel. Als Zwischenmahlzeit wird Obst, Joghurt und
Buttermilch angeboten und zum Mittag gab es am gestrigen Donnerstag Suppe,
Käsespätzle und Salat. Nach Kaffee und Kuchen am Nachmittag wurde am Abend
eine bunt garnierte Aufschnittplatte gereicht.
Abwechslungsreich ist das Mittagessen: Heute gibt es Fisch mit Kartoffelbrei
und buntes Gemüse, morgen grünen Bohneneintopf mit Rindfleisch. Am Sonntag
wartet auf die Senioren ein so genanntes Urloffener Lieblingsgericht:
Rindfleisch mit Meerrettich. Natürlich gibt’s auch immer ein Dessert. Dass
sie mit der Küche zufrieden sind, bestätigten auch die Heimbewohner dem
Aufsichtsrat.
»In unserem Haus gibt es allerdings sehr viele Demenzkranke«, informierte
Pflegedienstleiterin Silke Boschert. »Da kann es schon vorkommen, dass ein
Bewohner sich vom Tisch erhebt und die Mahlzeit sofort vergessen hat.« Wenn
er dann um Brot bittet, kann so etwas schon einmal falsch interpretiert
werden. Gerade von Menschen, die im Umgang mit Demenzkranken nicht geübt
sind.
Das Personal ist hervorragend ausgebildet, um den unterschiedlichsten
Krankheitsbildern gerecht zu werden. Es gibt diverse Krankheiten, mit denen
neue Bewohner behaftet sind, wenn sie ihr künftiges Zuhause beziehen. »Wir
wissen, wie die Krankheiten zu behandeln sind, und handeln entsprechend«,
versicherte Silke Boschert.
Für Pfarrer Karlheinz Scheyerle ist es von Bedeutung, dass sich alle
Verantwortlichen immer wieder um das Pflegeheim kümmern, sich selbst vom
Befinden der Bewohner überzeugen. »Oft wagen sich diese nicht, Kritik zu
üben.«
Für Siegfried Spengler steht fest: »Wir haben ein tolles Heim, um das wir
lange gekämpft haben. Gemeinde, Kirche, Land, Landratsamt mussten unter
einen Hut gebracht werden, das war nicht einfach. Deshalb sind nicht nur die
Beschäftigten gefordert, auch wir werden von außen her darauf achten, dass
sich die Bewohner wohl fühlen«. Und das tun sie auch nach Ansicht des
Ortsvorstehers. »So wie die Menschen zu uns kommen, so gehen sie auch«,
sprach Thomas Ritter das offene Gespräch mit den Heimbewohnern über den Tod
an. Bis zum letzten Augenblick werden sie begleitet. Deshalb wird man immer
wieder auch einmal den Wagen eines Bestattungsunternehmens vor dem
Haupteingang sehen. Das gehöre einfach zum Leben, machte Ritter deutlich.
Pfarrer Karlheinz Scheyerle ergänzte, dass er selbstverständlich als
Seelsorger zur Verfügung stehe. Im gegebenen Fall werde er auch nachts die
Krankensalbung durchführen.
Und dass im Altenpflegeheim einiges geboten wird, beweist eine Anschlagsäule
im Erdgeschoss. Vereine und Personal warten mit den unterschiedlichsten
Angeboten auf, um den Bewohnern den Aufenthalt angenehm zu gestalten. |