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Von: Kerstin Handsteiner
Unter dem Motto »Gäste sind ein Segen« bereitet sich die Seelsorgeeinheit
Appenweier-Durbach seit einem Jahr auf die »Tage der Begegnung« vor. Sie
finden vor dem Kölner Weltjugendtag (WFJ) in den Gemeinden statt. Obwohl
insgesamt weniger ausländische Gäste ins Dekanat Offenburg kommen, wurde die
Seelsorgeeinheit gut bedacht. Über den ersten Platz in einer Rangliste, die
weitere Vorbereitung und wie man die Gäste aufteilen will, berichtet Martin
Borho vom Appenweierer WJT-Organisationsteam.
Ω Sie wissen nun also endlich, aus welchem Land die Jugendlichen
kommen, die von 11. bis 15. August Appenweier besuchen?
Martin Borho: Ja, aus Siedlce in Polen. Der Ort liegt in Mittel-Ost-Polen,
ca. 90 Kilometer von Warschau entfernt.
Ω Wie viele kommen?
Borho: Nur 50 Gäste.
Ω Sie hatten doch mit wesentlich mehr gerechnet.
Borho: Ja, ursprünglich hieß es, dass etwa 150 Jugendliche in die
Seelsorgeeinheit Appenweier-Durbach kommen. Alleine 40 davon nach
Appenweier. Dementsprechend haben wir geplant und Quartiere bereitgestellt.
Aber nun kommen in das gesamte Dekanat Offenburg nur 140 ausländische Gäste,
90 davon werden direkt aufgrund von Partnerschaften den jeweiligen Pfarreien
zugeordnet.
Ω Woran liegt das?
Borho: Man ging von den Zahlen des Weltjugendtags 1997 in Frankreich aus und
erhoffte sich eine Steigerung. Die Anmeldungen zu den Tagen der Begegnung
sind insgesamt sehr schlecht. Vor allem sehr viele osteuropäische Gruppen
haben abgesagt, da sie bereits bei der Beerdigung von Johannes Paul II. in
Rom waren und damit ihr Budget aufgebraucht haben.
Ω Bei der insgesamt sehr geringen Zahl an Gästen, nur 50 werden frei
verteilt, wird die Seelsorgeeinheit aber mehr als gut bedacht?
Borho: Das Dekanat hat eine Rangliste erstellt. Bewertet wurde etwa der
ausdrückliche Wunsch, Gäste zu bekommen, wie viele Betten zur Verfügung
stehen, wie gut die Tage der Begegnung vorbereitet wurden, auch unter
Beteiligung der Jugend. Oder wie die ausländischen Gäste in den Gemeinden
Ökumene erleben können. Und hierbei lag die Seelsorgeeinheit
Appenweier-Durbach auf dem ersten Platz.
Ω Die Vorbereitung und Zusammenarbeit in der Seelsorgeeinheit hat also
geklappt.
Borho: Sehr gut sogar. Wir haben uns regelmäßig getroffen. Und ohne
konstruktive Zusammenarbeit in der Seelsorgeeinheit wären die Tage der
Begegnung in dieser Form nicht möglich.
Ω Wie werden Sie nun die Gruppe in Appenweier, Urloffen, Nesselried,
Durbach und Ebersweier aufteilen?
Borho: Das wissen wir noch nicht so genau. Ich hab diese Woche per E-Mail
den ersten Kontakt nach Polen aufgenommen. Wir warten nun auf die
Rückmeldung. Wahrscheinlich möchte die Gruppe größtenteils zusammenbleiben.
Wir haben auch schon überlegt, dass wir sie vielleicht in zwei Orten
unterbringen oder dass jede Gemeinde einen Tag für die Jugendlichen
gestaltet. Sobald wir Antwort von den Jugendlichen aus Polen haben, werden
wir uns in der Seelsorgeeinheit zusammensetzen und gemeinsam überlegen, wo
wir die Gäste unterbringen.
Ω Hat sich sonst etwas am Programm geändert?
Borho: Der geplante Dekanatstag am Gifiz wurde abgesagt. Das Dekanat Lahr
hat allerdings angeboten, mit den Dekanaten Offenburg und Kinzigtal einen
gemeinsamen Tag im Europapark zu verbringen. Dieses Angebot werden wir
voraussichtlich annehmen.
Ω Sind Sie nun enttäuscht, dass so wenige kommen?
Borho: Nein, wir können ohnehin nichts ändern. Wir freuen uns auf die Gäste,
die kommen. Ich hab aber von anderen Gemeinden gehört, dass die
Verantwortlichen enttäuscht seien. Es ist toll, dass wir in der Rangliste so
gut abgeschnitten haben. Dies zeigt, dass sich die viele Arbeit in der
Vorbereitung gelohnt hat.
Ω Dass die Verständigung nicht klappen könnte, haben Sie keine
Bedenken?
Borho: Nein. Wir haben eine Sängerin im Kirchenchor, die aus Schlesien
stammt und sehr gut Polnisch spricht. Sie hat uns auch den Brief übersetzt,
den wir per Mail nach Polen geschickt haben. Wir sind gespannt und lassen
uns überraschen.
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