02.07.2005
»Die viele Arbeit hat sich gelohnt«
Martin Borho über die Planung der »Tage der Begegnung«, die Gäste und Programmänderungen
 

Von: Kerstin Handsteiner
Unter dem Motto »Gäste sind ein Segen« bereitet sich die Seelsorgeeinheit Appenweier-Durbach seit einem Jahr auf die »Tage der Begegnung« vor. Sie finden vor dem Kölner Weltjugendtag (WFJ) in den Gemeinden statt. Obwohl insgesamt weniger ausländische Gäste ins Dekanat Offenburg kommen, wurde die Seelsorgeeinheit gut bedacht. Über den ersten Platz in einer Rangliste, die weitere Vorbereitung und wie man die Gäste aufteilen will, berichtet Martin Borho vom Appenweierer WJT-Organisationsteam.
Ω Sie wissen nun also endlich, aus welchem Land die Jugendlichen kommen, die von 11. bis 15. August Appenweier besuchen?
Martin Borho: Ja, aus Siedlce in Polen. Der Ort liegt in Mittel-Ost-Polen, ca. 90 Kilometer von Warschau entfernt.
Ω Wie viele kommen?
Borho: Nur 50 Gäste.
Ω Sie hatten doch mit wesentlich mehr gerechnet.
Borho: Ja, ursprünglich hieß es, dass etwa 150 Jugendliche in die Seelsorgeeinheit Appenweier-Durbach kommen. Alleine 40 davon nach Appenweier. Dementsprechend haben wir geplant und Quartiere bereitgestellt. Aber nun kommen in das gesamte Dekanat Offenburg nur 140 ausländische Gäste, 90 davon werden direkt aufgrund von Partnerschaften den jeweiligen Pfarreien zugeordnet.
Ω Woran liegt das?
Borho: Man ging von den Zahlen des Weltjugendtags 1997 in Frankreich aus und erhoffte sich eine Steigerung. Die Anmeldungen zu den Tagen der Begegnung sind insgesamt sehr schlecht. Vor allem sehr viele osteuropäische Gruppen haben abgesagt, da sie bereits bei der Beerdigung von Johannes Paul II. in Rom waren und damit ihr Budget aufgebraucht haben.
Ω Bei der insgesamt sehr geringen Zahl an Gästen, nur 50 werden frei verteilt, wird die Seelsorgeeinheit aber mehr als gut bedacht?
Borho: Das Dekanat hat eine Rangliste erstellt. Bewertet wurde etwa der ausdrückliche Wunsch, Gäste zu bekommen, wie viele Betten zur Verfügung stehen, wie gut die Tage der Begegnung vorbereitet wurden, auch unter Beteiligung der Jugend. Oder wie die ausländischen Gäste in den Gemeinden Ökumene erleben können. Und hierbei lag die Seelsorgeeinheit Appenweier-Durbach auf dem ersten Platz.
Ω Die Vorbereitung und Zusammenarbeit in der Seelsorgeeinheit hat also geklappt.
Borho: Sehr gut sogar. Wir haben uns regelmäßig getroffen. Und ohne konstruktive Zusammenarbeit in der Seelsorgeeinheit wären die Tage der Begegnung in dieser Form nicht möglich.
Ω Wie werden Sie nun die Gruppe in Appenweier, Urloffen, Nesselried, Durbach und Ebersweier aufteilen?
Borho: Das wissen wir noch nicht so genau. Ich hab diese Woche per E-Mail den ersten Kontakt nach Polen aufgenommen. Wir warten nun auf die Rückmeldung. Wahrscheinlich möchte die Gruppe größtenteils zusammenbleiben. Wir haben auch schon überlegt, dass wir sie vielleicht in zwei Orten unterbringen oder dass jede Gemeinde einen Tag für die Jugendlichen gestaltet. Sobald wir Antwort von den Jugendlichen aus Polen haben, werden wir uns in der Seelsorgeeinheit zusammensetzen und gemeinsam überlegen, wo wir die Gäste unterbringen.
Ω Hat sich sonst etwas am Programm geändert?
Borho: Der geplante Dekanatstag am Gifiz wurde abgesagt. Das Dekanat Lahr hat allerdings angeboten, mit den Dekanaten Offenburg und Kinzigtal einen gemeinsamen Tag im Europapark zu verbringen. Dieses Angebot werden wir voraussichtlich annehmen.
Ω Sind Sie nun enttäuscht, dass so wenige kommen?
Borho: Nein, wir können ohnehin nichts ändern. Wir freuen uns auf die Gäste, die kommen. Ich hab aber von anderen Gemeinden gehört, dass die Verantwortlichen enttäuscht seien. Es ist toll, dass wir in der Rangliste so gut abgeschnitten haben. Dies zeigt, dass sich die viele Arbeit in der Vorbereitung gelohnt hat.
Ω Dass die Verständigung nicht klappen könnte, haben Sie keine Bedenken?
Borho: Nein. Wir haben eine Sängerin im Kirchenchor, die aus Schlesien stammt und sehr gut Polnisch spricht. Sie hat uns auch den Brief übersetzt, den wir per Mail nach Polen geschickt haben. Wir sind gespannt und lassen uns überraschen.


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