02.07.2005
Renchen und Appenweier wollen am Tour-Tag groß rauskommen
Die Bürgermeister Bernd Siefermann (Renchen) und Hansjürgen Stein (Appenweier) über den 9. Juli
 

Von: Kerstin Handsteiner
Die Vorbereitungen für die Durchfahrt der Tour de France am Samstag, 9. Juli laufen auf Hochtouren – in Renchen wie in Appenweier. In beiden Orten sind Heerscharen von Freiwilligen auf den Beinen, um die Zaungäste zu versorgen. Was sich die Bürgermeister Bernd Siefermann und Hansjürgen Stein von dem Tag versprechen, wie sie ihren Ort ins rechte Licht rücken wollen und was das Spektakel kostet, fassen sie noch einmal im Interview zusammen.
Ω Warum sollen die Zaungäste die Tour de France gerade bei Ihnen im Ort zu verfolgen?
Siefermann: Für die Besucher hat die Stadt in Zusammenarbeit mit der Gastronomie und den örtlichen Vereinen ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Programm entlang der Strecke zusammengestellt. Wir versprechen freundliche und gemütliche Atmosphäre, die für sich alleine schon einen Besuch wert ist.
Stein: Ich bin mir sicher, dass keine Stadt oder Gemeinde sich so lange wie Appenweier auf die Durchfahrt der Tour de France vorbereitet hat: Seit 19 Monaten bauen wir die B 3 um, damit die ganze Welt das neue Gesicht von Appenweier bewundern kann! Spaß beiseite: In Zimmern beteiligen sich fast alle Urloffener Vereine an einem großen Straßenfest. In Appenweier weihen wir offiziell die neue B 3 ein und haben deshalb ein umfangreiches Showprogramm für jedes Alter. Davor kann man in einen Korso sehen, »was die Straße so alles gesehen hat«. Der ganze Ort ist auf den Beinen, alle Vereine bewirten. Raus aus dem Bett und direkt nach Appenweier!
Ω Wie viele freiwillige Helfer sind in etwa bei dem Spektakel im Einsatz?
Siefermann: Mit allen ehrenamtlichen Helfern werden rund 130 Personen in Renchen für einen reibungslosen Ablauf garantieren.
Stein: Allein zur Sicherung der Strecke in Urloffen und Appenweier sind 80 Helfer im Einsatz – von Polizei, Feuerwehr, Bauhof und THW Kehl. Dazu kommen viele Helfer der Vereine, die ich auf mindestens 200 schätze.
Ω Mit wie vielen Zaungästen rechnen Sie?
Siefermann: Wir gehen davon aus, dass die gesamte Hauptstraße/B3 von Zuschauern gesäumt sein wird und dennoch jeder einen optimalen Blick auf die Strecke haben wird.
Stein: Das ist schwer einzuschätzen, aber mehrere Tausend werden es schon sein. Wir haben wieder einmal einen großen Vorteil durch unsere gute Verkehrslage: Über die Autobahnausfahrt, B 28 und Schiene sind wir unabhängig von der gesperrten B 3 hervorragend zu erreichen.
Ω Erwarten Sie politische Prominenz an der Strecke?
Siefermann: Ja, auch das ist der Fall, wir freuen uns aber selbstverständlich auf alle Gäste gleichermaßen.
Stein: Staatsminister Willi Stächele und Landrat Klaus Brodbeck werden bei uns sein. Beide haben uns unterstützt, damit wir die B 3 umbauen konnten.
Ω Die Polizei empfiehlt, am Tour-Tag das Auto stehen zu lassen. Werden Sie selbst auch mit dem Rad an die Strecke kommen?
Siefermann: Wenn Sie das Foto auf unserem Tour-Faltblatt gesehen haben, werden Sie erkennen, dass ich gut auf die Tour eingestimmt bin. Passend dazu werde ich an diesem Tag nicht nur Rad fahren, sondern um 10.30 Uhr auch über 20 Fundfahrräder für einen guten Zweck versteigern.
Stein: Ich komme zu Fuß, da ich nicht weit habe. Mein altes Fahrrad steht mir auch nicht mehr zur Verfügung, das habe ich spontan dem Kindergarten St. Elisabeth geschenkt. Frau Seckinger wollte es mit den Kindern verzieren. Das Werk ist am Tour-Tag beim Rathaus zu sehen.
Ω Wie lange ist die Ortsdurchfahrt gesperrt?
Siefermann: In Renchen von 10.30 Uhr bis das Fahrzeug mit der grünen Flagge den Verkehr wieder freigibt. Das wird voraussichtlich gegen 14.30 Uhr sein.
Stein: In Appenweier ist sie wegen der offiziellen Einweihung der B 3 bereits ab 9.45 Uhr komplett gesperrt, in Zimmern kann man noch bis ca. 11 Uhr fahren. Die Sperrungen werden nach der Durchfahrt der Tour ab ca. 14.30 Uhr wieder aufgehoben, allerdings wird dann erst einmal ein mittleres Verkehrschaos einsetzen, wenn Tausende von Besuchern sich wieder auf die Heimfahrt machen. Daher mein Tipp: Erst einmal in Appenweier die Seele baumeln lassen.
Ω Wo findet man Parkplätze?
Siefermann: Parkplätze finden die Besucher überall entlang der Einfahrtsstraßen. Besonders empfehlen wir die Zufahrten über die Gewerbegebiete.
Stein: Wir sind relativ gut ausgerüstet. Über die B 28 aus dem Renchtal empfiehlt sich der Parkplatz an der Schwarzwaldhalle sowie entlang der Oberkircher Straße, aus Richtung Straßburg/Kehl und von der Autobahn im Gewerbegebiet. Den besten »Parkplatz« haben nach wie vor diejenigen, die mit der Bahn anreisen. In Zimmern kann man sein Fahrzeug am Sportplatz abstellen oder man parkt in der »City« von Urloffen und geht durch die Unterführung an die Strecke.
Ω Rechnen Sie sich Chancen aus, dass Ihr Ort im TV groß raus kommt?
Siefermann: Selbstverständlich würden wir uns freuen, wenn über unser Stadt im Fernsehen berichtet wird. Wir haben ja auch einige Attraktionen, welche die Blicke auf sich ziehen werden. Da ist beispielsweise das vom Organisationsteam des Stadtfestes aufwändig gestaltete Stadttor im nördlichen Kreisverkehr oder das riesige Fahrrad im Maisfeld an der Kreisstraße nach Wagshurst, das die Tour de France in Renchen willkommen heißt. Nicht zu vergessen die freundlich grüßende Brunnenfigur vor dem Rathaus und das Simplicissimus-Haus, das in seiner Konzeption einmalig in der Bundesrepublik ist.
Stein: Das kann man wohl sagen, wir haben wunderschöne überdimensionale Räder an den Ortseingängen, bestimmt ein schönes Motiv. Auch die mehreren tausend Fans und Gäste an der Strecke werden bestimmt vermitteln, wie viel Spaß wir an der Tour haben. Wir sehen uns als Perle in einer Kette durch die Ortenau.
Ω Haben Sie schon einen Überblick, wie viel das Fest samt Vorbereitung und Werbung der Gemeinde kostet?
Siefermann: Die 3000 Euro, die der Gemeinderat für dieses Ereignis zur Verfügung gestellt werden wir auf jeden fall brauchen. Unschätzbar ist jedoch das ehrenamtliche Engagement in unserer Stadt, ohne dass dieses Programm nicht zustande gekommen wäre.
Stein: Wir haben etliche Kosten für Werbung, Lautsprecher, Vesper für die Helfer oder WC-Anlagen... Da läppert sich etwas zusammen, der genaue Betrag steht aber noch nicht fest. Sicher wird er aber nicht den Haushalt ruinieren.
Ω Haben Sie die Tour bereits einmal live miterlebt?
Siefermann: Ich habe die Tour de France bislang noch nicht live mit erlebt, sie jedoch immer mit großem Interesse verfolgt. Im Übrigen fahre ich gerne mit meiner Familie Fahrrad.
Stein: Seit einigen Jahren verfolge ich die Tour im Fernsehen und bin immer wieder von den Leistungen fasziniert. Ich freue mich riesig über die Tour in Appenweier. Am Dienstag werde ich sie zum ersten Mal live sehen und zwar in Montlouis, wo sie auch durchfährt. Und das in dem Jahr, in dem wir 30 Jahre Partnerschaft feiern – ist das nicht irre?


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