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Von: Kerstin Handsteiner
Die Vorbereitungen für die Durchfahrt der Tour de France am Samstag, 9. Juli
laufen auf Hochtouren – in Renchen wie in Appenweier. In beiden Orten sind
Heerscharen von Freiwilligen auf den Beinen, um die Zaungäste zu versorgen.
Was sich die Bürgermeister Bernd Siefermann und Hansjürgen Stein von dem Tag
versprechen, wie sie ihren Ort ins rechte Licht rücken wollen und was das
Spektakel kostet, fassen sie noch einmal im Interview zusammen.
Ω Warum sollen die Zaungäste die Tour de France gerade bei Ihnen im
Ort zu verfolgen?
Siefermann: Für die Besucher hat die Stadt in Zusammenarbeit mit der
Gastronomie und den örtlichen Vereinen ein sehr interessantes und
abwechslungsreiches Programm entlang der Strecke zusammengestellt. Wir
versprechen freundliche und gemütliche Atmosphäre, die für sich alleine
schon einen Besuch wert ist.
Stein: Ich bin mir sicher, dass keine Stadt oder Gemeinde sich so lange wie
Appenweier auf die Durchfahrt der Tour de France vorbereitet hat: Seit 19
Monaten bauen wir die B 3 um, damit die ganze Welt das neue Gesicht von
Appenweier bewundern kann! Spaß beiseite: In Zimmern beteiligen sich fast
alle Urloffener Vereine an einem großen Straßenfest. In Appenweier weihen
wir offiziell die neue B 3 ein und haben deshalb ein umfangreiches
Showprogramm für jedes Alter. Davor kann man in einen Korso sehen, »was die
Straße so alles gesehen hat«. Der ganze Ort ist auf den Beinen, alle Vereine
bewirten. Raus aus dem Bett und direkt nach Appenweier!
Ω Wie viele freiwillige Helfer sind in etwa bei dem Spektakel im
Einsatz?
Siefermann: Mit allen ehrenamtlichen Helfern werden rund 130 Personen in
Renchen für einen reibungslosen Ablauf garantieren.
Stein: Allein zur Sicherung der Strecke in Urloffen und Appenweier sind 80
Helfer im Einsatz – von Polizei, Feuerwehr, Bauhof und THW Kehl. Dazu kommen
viele Helfer der Vereine, die ich auf mindestens 200 schätze.
Ω Mit wie vielen Zaungästen rechnen Sie?
Siefermann: Wir gehen davon aus, dass die gesamte Hauptstraße/B3 von
Zuschauern gesäumt sein wird und dennoch jeder einen optimalen Blick auf die
Strecke haben wird.
Stein: Das ist schwer einzuschätzen, aber mehrere Tausend werden es schon
sein. Wir haben wieder einmal einen großen Vorteil durch unsere gute
Verkehrslage: Über die Autobahnausfahrt, B 28 und Schiene sind wir
unabhängig von der gesperrten B 3 hervorragend zu erreichen.
Ω Erwarten Sie politische Prominenz an der Strecke?
Siefermann: Ja, auch das ist der Fall, wir freuen uns aber
selbstverständlich auf alle Gäste gleichermaßen.
Stein: Staatsminister Willi Stächele und Landrat Klaus Brodbeck werden bei
uns sein. Beide haben uns unterstützt, damit wir die B 3 umbauen konnten.
Ω Die Polizei empfiehlt, am Tour-Tag das Auto stehen zu lassen. Werden
Sie selbst auch mit dem Rad an die Strecke kommen?
Siefermann: Wenn Sie das Foto auf unserem Tour-Faltblatt gesehen haben,
werden Sie erkennen, dass ich gut auf die Tour eingestimmt bin. Passend dazu
werde ich an diesem Tag nicht nur Rad fahren, sondern um 10.30 Uhr auch über
20 Fundfahrräder für einen guten Zweck versteigern.
Stein: Ich komme zu Fuß, da ich nicht weit habe. Mein altes Fahrrad steht
mir auch nicht mehr zur Verfügung, das habe ich spontan dem Kindergarten St.
Elisabeth geschenkt. Frau Seckinger wollte es mit den Kindern verzieren. Das
Werk ist am Tour-Tag beim Rathaus zu sehen.
Ω Wie lange ist die Ortsdurchfahrt gesperrt?
Siefermann: In Renchen von 10.30 Uhr bis das Fahrzeug mit der grünen Flagge
den Verkehr wieder freigibt. Das wird voraussichtlich gegen 14.30 Uhr sein.
Stein: In Appenweier ist sie wegen der offiziellen Einweihung der B 3
bereits ab 9.45 Uhr komplett gesperrt, in Zimmern kann man noch bis ca. 11
Uhr fahren. Die Sperrungen werden nach der Durchfahrt der Tour ab ca. 14.30
Uhr wieder aufgehoben, allerdings wird dann erst einmal ein mittleres
Verkehrschaos einsetzen, wenn Tausende von Besuchern sich wieder auf die
Heimfahrt machen. Daher mein Tipp: Erst einmal in Appenweier die Seele
baumeln lassen.
Ω Wo findet man Parkplätze?
Siefermann: Parkplätze finden die Besucher überall entlang der
Einfahrtsstraßen. Besonders empfehlen wir die Zufahrten über die
Gewerbegebiete.
Stein: Wir sind relativ gut ausgerüstet. Über die B 28 aus dem Renchtal
empfiehlt sich der Parkplatz an der Schwarzwaldhalle sowie entlang der
Oberkircher Straße, aus Richtung Straßburg/Kehl und von der Autobahn im
Gewerbegebiet. Den besten »Parkplatz« haben nach wie vor diejenigen, die mit
der Bahn anreisen. In Zimmern kann man sein Fahrzeug am Sportplatz abstellen
oder man parkt in der »City« von Urloffen und geht durch die Unterführung an
die Strecke.
Ω Rechnen Sie sich Chancen aus, dass Ihr Ort im TV groß raus kommt?
Siefermann: Selbstverständlich würden wir uns freuen, wenn über unser Stadt
im Fernsehen berichtet wird. Wir haben ja auch einige Attraktionen, welche
die Blicke auf sich ziehen werden. Da ist beispielsweise das vom
Organisationsteam des Stadtfestes aufwändig gestaltete Stadttor im
nördlichen Kreisverkehr oder das riesige Fahrrad im Maisfeld an der
Kreisstraße nach Wagshurst, das die Tour de France in Renchen willkommen
heißt. Nicht zu vergessen die freundlich grüßende Brunnenfigur vor dem
Rathaus und das Simplicissimus-Haus, das in seiner Konzeption einmalig in
der Bundesrepublik ist.
Stein: Das kann man wohl sagen, wir haben wunderschöne überdimensionale
Räder an den Ortseingängen, bestimmt ein schönes Motiv. Auch die mehreren
tausend Fans und Gäste an der Strecke werden bestimmt vermitteln, wie viel
Spaß wir an der Tour haben. Wir sehen uns als Perle in einer Kette durch die
Ortenau.
Ω Haben Sie schon einen Überblick, wie viel das Fest samt Vorbereitung
und Werbung der Gemeinde kostet?
Siefermann: Die 3000 Euro, die der Gemeinderat für dieses Ereignis zur
Verfügung gestellt werden wir auf jeden fall brauchen. Unschätzbar ist
jedoch das ehrenamtliche Engagement in unserer Stadt, ohne dass dieses
Programm nicht zustande gekommen wäre.
Stein: Wir haben etliche Kosten für Werbung, Lautsprecher, Vesper für die
Helfer oder WC-Anlagen... Da läppert sich etwas zusammen, der genaue Betrag
steht aber noch nicht fest. Sicher wird er aber nicht den Haushalt
ruinieren.
Ω Haben Sie die Tour bereits einmal live miterlebt?
Siefermann: Ich habe die Tour de France bislang noch nicht live mit erlebt,
sie jedoch immer mit großem Interesse verfolgt. Im Übrigen fahre ich gerne
mit meiner Familie Fahrrad.
Stein: Seit einigen Jahren verfolge ich die Tour im Fernsehen und bin immer
wieder von den Leistungen fasziniert. Ich freue mich riesig über die Tour in
Appenweier. Am Dienstag werde ich sie zum ersten Mal live sehen und zwar in
Montlouis, wo sie auch durchfährt. Und das in dem Jahr, in dem wir 30 Jahre
Partnerschaft feiern – ist das nicht irre?
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