11.07.2005
Sprintwertung sorgt für Rekordkulisse
Große Begeisterung von Sasbach bis Appenweier an der Wegstrecke des großen Radspektakels

 

Die Tour in der Ortenau startete mit einer Sprintwertung in Sasbach. Zwischen Sasbach und Appenweier verfolgten laut Polizei über 50 000 Zuschauer das große Radspektakel.

Sasbach/Achern/Renchen/Appenweier (wowi/aci/lö/fb). Die in Pforzheim gestartete achte Touretappe kam auf den ersten 60 Kilometern mächtig in Fahrt. Eine fünfköpfige Ausreißergruppe löste sich früh vom Feld, bewältigte drei Bergwertungen und raste mit einem Höllenspeed Richtung Sasbach. Das Feld, in dem das wachgerüttelte Team T-Mobile kräftig auf die Tube drückte, kämpfte sich heran und lag an der Ortsgrenze 50 Sekunden dahinter. Im Lenderdorf war zur gleichen Zeit nicht nur der Tour-Teufel los. Die erste Sprintwertung in der Ortenau sorgte für eine Rekordkulisse. Während die Polizei bis zu 15 000 Besucher schätzte, ging Hitradio Ohr sogar von rund 23 000 Zaungästen aus.
Die vor der VIP-Tribüne vom Tour-Teufel Didi Senft aufgemalte Ziellinie passierte George Hincapie (DSC) als Erster. Jens Voigt (CSC) folgte anderthalb Radlängen dahinter. Die in Sasbach erlangte Zeitgutschrift von vier Sekunden reichte ihm, um am Etappenziel den zweiten Platz hinter Lance Armstrong im Gesamtklassement einzunehmen. Die Sasbacher, allen voran der glücklich strahlende Bürgermeister Wolfgang Reinholz und Obersasbachs Ortsvorsteher Albert Doll, konnten mit dem Tourtag hoch zufrieden sein. Nicht nur die Stimmung an der Strecke stimmte, auch in der ZDF-Berichterstattung kam die Gemeinde glänzend weg. Der Moderator machte Werbung für das Turenne-Museum und erzählte über die Schlacht bei Sasbach, »auf die die Franzosen nur ungern hinweisen.«
Kein Verkehrschaos
Die Acherner Hauptstraße war vom Kreisel »Wilder Mann« bis zum Scheck In von Zuschauern gesäumt, als Sandy Casar vom Team Francaise Des Jeux (FDJ) das Feld der Tour de France durch die Hornisgrindestadt anführte, gefolgt von einer Dreiergruppe. Die Begeisterung der laut Polizeiangaben 20 000 Zuschauer war groß. Die Polizei hatte die Lage in Achern im Griff. Das befürchtete Verkehrschaos blieb aus, es musste auch kein Auto abgeschleppt werden. Um 13.35 Uhr konnte nach der Durchfahrt des Wagens mit der grünen Flagge die B 3 wieder frei gegeben werden. Da am Wochenende in Achern auch das Stadtfest stattfand, konnten die Tour-Touristen noch beim Stadtfest einkehren. Weiter zog die Tour-Karawane durch die Acherner Teilorte Fautenbach und Önsbach.
Thor Hushord voraus
Rund 10 000 Fans der Tour de France säumten die B 3 in Renchen, als die Radprofis wenige Minuten später als geplant durch die Grimmelshausenstadt düsten. Thor Hushord fuhr eingekeilt zwischen Begleit-Motorrädern als »tete de course« ganz knapp dem Feld voraus. Sekunden später folgte das Hauptfeld, dem schon längere Zeit eine große Gruppe mit vielen Sprintern hinterher fuhr. Rund vier Minuten betrug der Abstand zwischen vorderem und hinterem Feld. Hautnah waren jene dabei, die dicht am Straßenrand standen. Sie konnten den heftigen Luftwirbel spüren, den die Fahrer der Tour verursachten, die mit knapp 50 Stundenkilometern durch Renchen fuhren. Es dauerte nur Sekunden, bis der Tross die dicht an dicht aufgereihten Zuschauer passiert hatte, aber die Erinnerung an das Geschehen wird noch lange nachhallen, wie die Zuschauer auf Nachfrage versicherten.
Fahne geschwenkt
Rund 20 000 Zuschauer säumten die rund zwei Kilometer lange Strecke vom nördlichen bis zum südlichen Kreisel in Appenweier. Es herrschte eine südländische Stimmung links und rechts der neugestalteten und am frühen Vormittag offiziell eingeweihten Ortenauer Straße. Viele Vereine und Gastronomen verwandelten die Ortsdurchfahrt in eine Partymeile, selbst für die Kinder waren Spielplätze und eine Hüpfburg eingerichtet.
Beim Rathaus hatten die Peterstaler Mineralquellen ihren Showtruck platziert, Hitradio Ohr-Moderator Markus Knoll kommentierte live aus Appenweier. Und als die vierköpfige Spitzengruppe mit dem deutschen Jens Voigt durch Appenweier sprintete, hielt sich auch Willi Stächele auf dem Showtruck nicht mehr zurück. Der baden-württembergische Staatsminister schwenkte voller Begeisterung die badische Flagge und Ohr-Moderator Markus Knoll ernannte Appenweier zum »geilsten Tourort der Ortenau«.


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