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Die Tour in der Ortenau startete mit einer Sprintwertung
in Sasbach. Zwischen Sasbach und Appenweier verfolgten laut Polizei über 50
000 Zuschauer das große Radspektakel.
Sasbach/Achern/Renchen/Appenweier (wowi/aci/lö/fb). Die
in Pforzheim gestartete achte Touretappe kam auf den ersten 60 Kilometern
mächtig in Fahrt. Eine fünfköpfige Ausreißergruppe löste sich früh vom Feld,
bewältigte drei Bergwertungen und raste mit einem Höllenspeed Richtung
Sasbach. Das Feld, in dem das wachgerüttelte Team T-Mobile kräftig auf die
Tube drückte, kämpfte sich heran und lag an der Ortsgrenze 50 Sekunden
dahinter. Im Lenderdorf war zur gleichen Zeit nicht nur der Tour-Teufel los.
Die erste Sprintwertung in der Ortenau sorgte für eine Rekordkulisse.
Während die Polizei bis zu 15 000 Besucher schätzte, ging Hitradio Ohr sogar
von rund 23 000 Zaungästen aus.
Die vor der VIP-Tribüne vom Tour-Teufel Didi Senft aufgemalte Ziellinie
passierte George Hincapie (DSC) als Erster. Jens Voigt (CSC) folgte
anderthalb Radlängen dahinter. Die in Sasbach erlangte Zeitgutschrift von
vier Sekunden reichte ihm, um am Etappenziel den zweiten Platz hinter Lance
Armstrong im Gesamtklassement einzunehmen. Die Sasbacher, allen voran der
glücklich strahlende Bürgermeister Wolfgang Reinholz und Obersasbachs
Ortsvorsteher Albert Doll, konnten mit dem Tourtag hoch zufrieden sein.
Nicht nur die Stimmung an der Strecke stimmte, auch in der
ZDF-Berichterstattung kam die Gemeinde glänzend weg. Der Moderator machte
Werbung für das Turenne-Museum und erzählte über die Schlacht bei Sasbach,
»auf die die Franzosen nur ungern hinweisen.«
Kein Verkehrschaos
Die Acherner Hauptstraße war vom Kreisel »Wilder Mann« bis zum Scheck In von
Zuschauern gesäumt, als Sandy Casar vom Team Francaise Des Jeux (FDJ) das
Feld der Tour de France durch die Hornisgrindestadt anführte, gefolgt von
einer Dreiergruppe. Die Begeisterung der laut Polizeiangaben 20 000
Zuschauer war groß. Die Polizei hatte die Lage in Achern im Griff. Das
befürchtete Verkehrschaos blieb aus, es musste auch kein Auto abgeschleppt
werden. Um 13.35 Uhr konnte nach der Durchfahrt des Wagens mit der grünen
Flagge die B 3 wieder frei gegeben werden. Da am Wochenende in Achern auch
das Stadtfest stattfand, konnten die Tour-Touristen noch beim Stadtfest
einkehren. Weiter zog die Tour-Karawane durch die Acherner Teilorte
Fautenbach und Önsbach.
Thor Hushord voraus
Rund 10 000 Fans der Tour de France säumten die B 3 in Renchen, als die
Radprofis wenige Minuten später als geplant durch die Grimmelshausenstadt
düsten. Thor Hushord fuhr eingekeilt zwischen Begleit-Motorrädern als »tete
de course« ganz knapp dem Feld voraus. Sekunden später folgte das Hauptfeld,
dem schon längere Zeit eine große Gruppe mit vielen Sprintern hinterher
fuhr. Rund vier Minuten betrug der Abstand zwischen vorderem und hinterem
Feld. Hautnah waren jene dabei, die dicht am Straßenrand standen. Sie
konnten den heftigen Luftwirbel spüren, den die Fahrer der Tour
verursachten, die mit knapp 50 Stundenkilometern durch Renchen fuhren. Es
dauerte nur Sekunden, bis der Tross die dicht an dicht aufgereihten
Zuschauer passiert hatte, aber die Erinnerung an das Geschehen wird noch
lange nachhallen, wie die Zuschauer auf Nachfrage versicherten.
Fahne geschwenkt
Rund 20 000 Zuschauer säumten die rund zwei Kilometer lange Strecke vom
nördlichen bis zum südlichen Kreisel in Appenweier. Es herrschte eine
südländische Stimmung links und rechts der neugestalteten und am frühen
Vormittag offiziell eingeweihten Ortenauer Straße. Viele Vereine und
Gastronomen verwandelten die Ortsdurchfahrt in eine Partymeile, selbst für
die Kinder waren Spielplätze und eine Hüpfburg eingerichtet.
Beim Rathaus hatten die Peterstaler Mineralquellen ihren Showtruck
platziert, Hitradio Ohr-Moderator Markus Knoll kommentierte live aus
Appenweier. Und als die vierköpfige Spitzengruppe mit dem deutschen Jens
Voigt durch Appenweier sprintete, hielt sich auch Willi Stächele auf dem
Showtruck nicht mehr zurück. Der baden-württembergische Staatsminister
schwenkte voller Begeisterung die badische Flagge und Ohr-Moderator Markus
Knoll ernannte Appenweier zum »geilsten Tourort der Ortenau«.
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