27.01.2005
»Unheimlich gute Lage ist unser Vorteil«
Marshall & Alexander geben am 27. Februar ein Benefizkonzert in der Schwarzwaldhalle Appenweier
 

 Hauptamtsleiter Fritz Langenecker über die Schwarzwaldhalle, den Umbau und Veranstaltungen
Von: Kerstin Handsteiner
Die Appenweierer Schwarzwaldhalle wird saniert. Das ist nach 30 Jahren auch dringend notwendig. Nach dem Umbau dürfen sich – laut Brandschutzvorschriften – wieder mehr Gäste in der Halle aufhalten. Hauptamtsleiter Fritz Langenecker spricht über Kosten, Kapazitäten und kulturelle Highlights.
Ω Während der Sanierungs- und Umbauphase muss die Schwarzwaldhalle sieben Monate geschlossen bleiben. Im Vergleichszeitraum 2004 fanden 62 Veranstaltungen statt. Wie viel Geld entgeht der Gemeinde dadurch?
Fritz Langenecker: Wir haben im Jahr 2004 mit rund 75 Veranstaltungen ca. 26 000 Euro Hallenmiete eingenommen, nicht berücksichtigt sind hier die möglichen Nutzungsentgelte, die für das Schulturnen anfallen. Geht man von den geschätzten 62 Veranstaltungen aus, die wir während der Sanierungszeit nicht durchführen können, dann fließen über 21 000 Euro nicht in den Gemeindehaushalt.
Ω Gibts für den Zeitraum bereits Buchungen, die Sie nun stornieren müssen?
Langenecker: Ja, leider gibt es solche Veranstaltungen. Wir, im Hauptamt, haben bisher mit einer kürzeren Bauphase gerechnet und bereits einige Veranstaltungen ab Oktober 2005 als Option angenommen. Jedem Veranstalter wurde aber bereits mitgeteilt, dass eine Stornierung wegen der kommenden Bauarbeiten möglich sein könnte.
Ω Aufgrund der Brandschutzvorschriften dürfen sich heute nur noch eine beschränkte Anzahl von Personen in der Halle aufhalten, nach der Sanierung soll die Kapazität bei 2400 liegen. Bei welchen Veranstaltungen ist dafür Bedarf?
Langenecker: Wir haben vom Landratsamt Ortenaukreis eine Genehmigung, dass bis zum Abschluss der Sanierung bei unbestuhlten Veranstaltungen wie Rockkonzerte, Comedy oder Ähnliches nur noch 1350 Personen und bei bestuhlten Veranstaltungen 1200 Personen in die Halle eingelassen werden dürfen. Es gab in der Vergangenheit immer wieder Veranstaltungen, bei denen die Halle an die Grenze von 2400 Besuchern gestoßen ist. Darunter sind neben Rock- und Kabarettveranstaltungen, wie zum Beispiel »Spider Murphy Gang«, »Die Ärzte«, »Die Toten Hosen«, mehrere SWR 3-Veranstaltungen, »Dieter Thomas Kuhn mit Band«, »Jethro Tull«, mehrfach Rüdiger Hofmann und auch die Appenweierer Fasnacht mit dem Altweiberball zu nennen.
Ω Größere Kapazität, mehr Geld – können die Sanierungskosten von 3,5 Millionen Euro »hereingespielt« werden?
Langenecker: Schön wär’s! Die Kapazität der Halle wird gegenüber vorher nicht verändert. Es wird nur eine nach 30 Jahren notwendige Generalsanierung der Halle durchgeführt. Es werden die Lüftungs- und Heizungsanlage auf den Stand der heutigen Technik gebracht und die notwendigen Wärmeschutzmaßnahmen sowie ein neuer Boden eingebaut. Viel Geld fließt auch in den Brandschutz. Die Auslastung der Schwarzwaldhalle mit Schulsport, Vereinssport von Montag bis Freitag und durchschnittlich bis zu rund 70 Veranstaltungstagen mit kommerziellem, kulturellem und sportlichem Hintergrund liegt bereits im oberen Bereich. Die kleinen Veränderungen im Foyer gegenüber dem alten Zustand bringen keine nennenswerten Kapazitätserweiterungen, die sich dann durch riesige Mehreinnahmen bemerkbar machen werden.
Ω Neben Veranstaltungen der ortsansässigen Vereine finden in Appenweier auch immer wieder überregionale Events wie Konzerte, Comedy-Shows oder Dia-Vorträge statt. Wie begehrt sind Appenweier und die Schwarzwaldhalle als Veranstaltungsort?
Langenecker: Die Appenweierer Schwarzwaldhalle hat den Vorteil, dass sie unheimlich günstig liegt, gute Parkmöglichkeiten um die Halle bietet und keine allzu großen Verwaltungseinheiten mit einem Wirtschaftsbetrieb den potenziellen Mietern entgegenstellt. Die Infrastruktur und das Preisleistungsverhältnis stimmen einfach bei dieser Halle. Die Veranstalter können bei Events selbst bewirten, aber wir sehen es auch gerne, wenn ein externer Veranstalter mit einem örtlichen Verein oder mit der örtlichen Gastronomie zusammen die Veranstaltung durchzieht. Der örtliche Verein übernimmt dann das Auf- und Abstuhlen, die Reinigung und die Bewirtung der Gäste. Durch dieses System profitieren alle Seiten.
Ω Umgebaut wird auch das Foyer. Wirds künftig auch dort Veranstaltungen wie zum Beispiel die Appenweierer Kabarettnächte geben?
Langenecker: Das Foyer wurde von den allermeisten Besuchern als kalt und ungemütlich angesehen. Der Umbau gibt uns die Möglichkeit, diesen Missstand zu beseitigen und gleichzeitig bei größeren Veranstaltungen mehr Gäste während der Pausen in dem Foyer zu erreichen. Außerdem können durch eine bessere Ausstattung des Foyers künftig auch Tagungen, kommunales Kino oder gar größere Kabarettveranstaltungen hier stattfinden, die »Stammveranstaltungen« des Kabaretts werden aber im Zunfthaus bleiben.
Ω Welche Highlights warten auf die Appenweierer noch vor Beginn der Sanierung im Sommer?
Langenecker: Diese Frage ist zurzeit leider relativ schnell beantwortet. Durch die wenigen zugelassenen Besucherzahlen haben wir zwar noch einige kleinere Veranstaltungen, aber kaum echte größere Highlights. Als Erstes kommen die drei Fasnachtsveranstaltungen der Narrenzunft im Januar und Februar, danach folgen südbadische Meisterschaften im Ringen am 12. und 13. Februar, eine Benefiz-Gala mit Marshall und Alexander, Vorgruppe Piano Vocal am 27. Februar, Art Appenweier mit dem Orchester »Running Orchestra« am 9. April, Atze Schröder folgt am 16. April. Das Jahreskonzert des Musikvereins Appenweier am 7. Mai wird wohl die letzte größere Veranstaltung vor Beginn der Hallensanierung sein.
Ω Haben Sie bereits Reservierungen für die Zeit danach?
Langenecker: Ja, wir sind in der glücklichen Lage, dass wir bereits Reservierungen bis zum Juli 2007 vorliegen hab

 


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