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Heute genau vor 100 Jahren erlebte der Bahnhof Appenweier einen schwarzen
Tag. Am 10. August des Jahres 1905 verwüstete eine Naturkatastrophe
wesentliche Teile der Bahnhofsanlagen.
Von: Siegfried Spengler
Appenweier. Ein großer orkanartiger Gewittersturm richtete im badischen
Land, besonders aber am Bahnhof in Appenweier, am 10. August 1905 sehr große
Schäden an. Um 20.41 Uhr ging ein Hagelschlag über Appenweier nieder, der
innerhalb kurzer Zeit die Halle des so genannten Inselbahnsteiges und jene
der Renchtalbahn auf einer Länge von 500 Metern zerstörte.
Sämtliche, die Hallen tragenden Guss-Säulen wurden etwa in Meterhöhe
abgebrochen oder aus dem Boden gerissen. Die Überdachungen der Bahnsteige
wurden auf die Gleise geschleudert. Gleichzeitig erlosch das elektrische
Licht. Ebenso wurde der nördliche Teil der Güterhalle auf einer Länge von
120 Metern abgedeckt. Die Halle stürzte zusammen und ein gerade haltender
Eilgüterzug wurde durch die Dachtrümmer von beiden Seiten her
eingeschlossen. Die Gewalt des Sturmes war derart heftig, dass
zentnerschwere Wellblechwalzen bis zu 200 Meter weit ins freie Feld
gewirbelt wurden. Mehrere acht Meter lange Dachbalken einer jenseits des
Bahnhofes stehenden Fabrik (deren Dach wurde ebenfalls vernichtet ) wurden
über sämtliche Personen- und Gütergleise hinweggeschleudert.
Kein Personenschaden
Große Teile der Einfriedungen wurden zerschlagen. Da zur Unglückszeit kein
Zug in den Bahnhof einfuhr, kamen keine Personen zu Schaden. Die
Durchgangsgleise konnten bald wieder freigelegt werden, so dass keine
längere Unterbrechung des Zugverkehrs erfolgte. An Gebäuden und Bahnsteigen
entstand ein Schaden von rund 130 000 Reichsmark. Es dauerte Wochen, bis
alle Reparaturarbeiten ausgeführt waren |