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In der Gemeinderatssitzung wurde am
Montagabend die Kanalsanierung in Urloffen
vorgestellt. Durch diese erhofft sich die
Gemeinde, das Fremdwasser in den Griff zu
bekommen, das über die Leitungen in das
Klärwerk gelangt.
Von: keh
Appenweier (keh). Die Gemeinde hatte das
Ingenieurbüro Vogel mit der Planung der
Kanalsanierung im Ortsteil Urloffen
beauftragt. Basis dafür waren
Videoaufzeichnungen einer TV-Inspektion.
Folgende Teilstrecken wurden unter die Lupe
genommen: Anschluss BAB-Raststätte (ca. 504
Meter), Waldstraße (ca. 431 Meter),
Mattenstraße (ca. 178 Meter), Verbindung
Wald- und Mattenstraße (ca. 311 Meter),
Winkelstraße (ca. 858 Meter).
Vorrangiges Ziel der Sanierung: die im
Kanalnetz anfallende Fremdwassermenge zu
reduzieren sowie Schäden zu beseitigen.
»Fremdwasser ist Grundwasser, das über Lecks
in Schmutzwasserleitungen eindringt und
mitgeführt wird«, erläuterte Bürgermeister
Hansjürgen Stein und ging auf das Problem
ein: »Viel zu viel Wasser kommt bei der
Kläranlage an.« Man sei verpflichtet, den
Fremdwasseranteil gering zu halten, da sonst
erhebliche Kosten auf die Gemeinde zukämen.
Warum gerade das Urloffener Kanalnetz so
anfällig für Fremdwasser ist, erläuterte
Bauamtsleiter Uli Brudy: Im Unterschied zu
den Kanalsystemen der Ortsteile Appenweier
und Nesselried liege jenes in Urloffen nahzu
vollständig im Grundwasser oder in der
Grundwasserwechselzone.
Rico Nock vom Ingenieurbüro stellte den
Gemeinderäten die Planung (Hauptkanäle und
zugehörige Schächte) vor. Hauptschäden seien
undichte Ver- und Anbindungen sowie Zuläufe,
Lageabweichungen und Risse. Das Fazit seines
ausführlichen Vortrags: »Durch die Umsetzung
des Konzepts wird ein dichtes
betriebssicheres Entwässerungsnetz wieder-
hergestellt und dadurch die Anforderungen
des Gesetzgebers erfüllt.« Allerdings machte
Nock auch kein Hehl daraus, dass »eine
nachhaltige Reduzierung des
Fremdwasseranteils sich nur erreichen lässt,
sofern auch die privaten
Grundstücksentwässerungsanlagen einbezogen
werden«.
Der zertifizierte Kanalsanierungsberater
verwies in dem Zusammenhang auf die DIN
1986-30, die fordere, »dass bis zum Ende
2015 Anlagen zur Ableitung von häuslichen
Abwässern einer TV-Inspektion zu unterziehen
sind«. Stein schlug dazu eine großangelegte
Untersuchung in der Gemeinde vor.
Vorerst ging es in der Sitzung aber um den
öffentlichen Bereich. Nocks Kalkulation
dafür basiert auf vier Bauabschnitten, die
Gesamtkosten veranschlagt er mit 453 000
Euro. Montagabend erfolgte zwar noch kein
Beschluss, allerdings wurde angedeutet, dass
man in einem ersten Schritt den Kanal im
Bereich BAB-Raststätte sanieren möchte. Die
Kosten dafür: rund 90 000 Euro.
Mit der Kläranlage beschäftigte sich der Rat
in einem weiteren Tagesordnungspunkt – und
zwar wurde ein Auftrag für den dritten
Funktionsabschnitt (maschinelle und
elektrische Ausrüstung im Zulaufbereich)
über ca. 404 600 Euro an die Stulz GmbH
(Grafenhausen) vergeben.
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