|
Gerechte Hallenregelung für Urloffen gefunden /
Jugendförderung wurde fast verdoppelt
Ein Arbeitskreis hat sich mit neuen Vereinsförderrichtlinien befasst. Dessen
Ergebnisse wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt und
einstimmig beschlossen.
Von: Kerstin Handsteiner
Appenweier (keh). »Wir fördern die Vereine jetzt schon, werden es künftig
aber noch besser tun«, sagte Bürgermeister Hansjürgen Stein, der damit »ein
Zeichen« setzen will. Mit dem Thema »Vereinsförderrichtlinien« hatte sich
ein Arbeitskreis (Vertreter von Gemeinderat und Verwaltung) befasst. In der
jüngsten Gemeinderatssitzung wurde das Ergebnis vorgestellt. Dieses sieht
»eine Sonderförderung für den ASV Urloffen sowie den TV Urloffen vor, so
weit diese ihre Hallen für örtliche Vereine zu festgelegten Mietkonditionen
zur Verfügung stellen«.
Der Zweck, der dahinter steckt: In Urloffen gibt es keine gemeindeeigene
Halle, deren Funktion übernehmen teilweise die Hallen der Ringer und Turner.
Um den Urloffener Vereinen ähnliche Bedingungen wie jenen in Appenweier und
Nesselried zu verschaffen, kommt man dem ASV und TVU finanziell entgegen,
die dafür den örtlichen Vereinen »eine Belegungsmöglichkeit zu einem
Festpreis einräumen« – und zwar: der ASV zwei Drittel des
Schwarzwaldhallenpreises, der TVU ein Drittel.
»Sehr gutes Ergebnis«
»Wir haben eine Regelung gefunden, die gleiche Rahmenbedingungen und
finanzielle Möglichkeiten bietet. Ein sehr gutes Ergebnis«, kommentierte
Urloffens Ortsvorsteher Siegfried Spengler den Vorschlag des Arbeitskreises.
Er zeigte sich zuversichtlich, dass damit für die nächsten Jahre erst mal
das Thema »Gemeindehalle Urloffen« vom Tisch ist.
Aus den Reihen der Räte meinte etwa auch Brigitte Mans (Frauenliste): »Schön
ausgetüftelt, so gut, wie es nur irgendwie möglich ist.« Einstimmig folgten
die Gemeinderäte auch dem Vorschlag des Arbeitskreises, ebenso wie einem
Antrag des Turnvereins, der nach der neuen Richtlinie einen Zuschuss für
Tische in der Jahnturnhalle bekommt. Anträge der Singgemeinschaft und des
Musikvereins auf Unkostenbeteiligung für die Hallennutzung mussten vorerst
aber noch zurückgestellt werden, denn während der Turnverein bereits seine
Zustimmung zu der Hallenregelung gegeben hat, wartet man noch auf eine
Antwort der Ringer.
Um knapp 100 Prozent hat der Gemeinderat die Jugendförderung erhöht. Demnach
erhalten die Musikvereine Appenweier, Nesselried und Urloffen künftig 20
Euro (bisher 10,40 Euro), der Akkordeon- sowie der Gitarren- und
Mandolinenverein 10 Euro (bisher 5,20 Euro). Die Regelförderung beträgt 5
Euro (bisher 2,60 Euro).
Abgelehnt wurde ein Antrag von Otto Brudy (CDU). Er hätte die Förderung auch
gerne dem Nesselrieder Kinderchor zugedacht, in dem zwar sehr engagiert
gearbeitet werde, der aber weder selbst ein Verein ist, noch einem anderen
angehört. Quer durch die Bank waren sich die Räte einig, der Chor solle den
geregelten Weg gehen und sich als Verein eintragen lassen. Man fürchtete,
einen Präzedenzfall zu schaffen und damit künftig eine Antragsflut aller
möglichen Gruppierungen heraufzubeschwören.
Am Ende der Sitzung meldete sich Joachim Hass, Vorsitzender des Musikvereins
Urloffen, aus den Reihen der Zuhörer zu Wort. Er gestand, dass er mit einem
etwas »flauen Gefühl« in die Sitzung gekommen sei, als er das Thema
Vereinsförderrichtlinien auf der Tagesordnung sah. Doch nun sei er »positiv
überrascht« und dankte, dass man in Appenweier die Jugendarbeit der Vereine
fördert und schätzt. |