18.11.2004
Entlastung nicht auf Kosten Urloffens
Bürgermeister Stein sprach sich im Bezirksbeirat für ein ortsteilunabhängiges Verkehrskonzept aus
 
 
Der Appenweierer Bezirksbeirat befasste sich in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend mit der Ausweichstrecke »Bahnhofstraße«.
 

Von: Wolfgang Löhnig

Appenweier. Einen neuralgischen Verkehrsknotenpunkt bildet Appenweier. Die B 3 führt direkt durch den Ort, die B 28 tangiert ihn. Die Bahn hat ihre Nord-Süd-Tangente zur Schnellfahrstrecke ausgebaut, und damit auf vier Gleise erhöht. Wie künftig der Bahnabzweig nach Straßburg und weiter nach Paris ausgebaut wird, liegt noch in den Sternen. Und wenn die Autobahn dicht ist, wird es im Ort erst recht eng. Die ausgeschilderte Umleitungsstrecke führt direkt durch den Kernort.
Für Bürgermeister Hansjürgen Stein und den gesamten Gemeinderat war es deshalb dringend geboten, eine langfristige Untersuchung in Auftrag zu geben, mit dem Ziel einer Entschärfung der Verkehrssituation in Appenweier. So geschehen. Jetzt konnte Hermann Müller vom Planungsbüro Zink aus Lauf im Bezirksbeirat seine Ideen zur langfristigen und weiträumigen Behebung der Verkehrsmisere zur Diskussion stellen. Einbezogen in die Planung waren die Ortsteile Appenweier und Urloffen.
16 000 Fahrzeuge fahren allein täglich durch Appenweier, weitere 15 000 belasten die B 28 und noch einmal 4000 wurden auf der L 95 gezählt, so der Planer. Die verschiedensten Möglichkeiten, den Fahrzeugverkehr in Appenweier zu splitten, wurden erwogen, so Müller. Für das Büro blieb nach Abwägung aller Umstände eine Trassenführung übrig:
Beim Kreisel wird der Verkehr in Richtung Sander Straße gelenkt, über einen zweiten, neuen Kreisel (Im See) dann in Richtung Bahntrasse. Über das Gelände des ehemaligen Sägewerks Baumann führt die Entlastungsstraße zur Bahnhofstraße, über diese nordwärts in Richtung Stellwerk. Hier muss wegen unterirdischer Räume verschwenkt werden. Sie haben zu wenig Deckung, um über sie zu fahren, so Müller. Von hier aus geht es weiter entlag der Bahn. Ein Feldweg besteht bereits.
Auch ein Geländeerwerb dürfte bis 2020 möglich sein. So lange nämlich laufen die Planungen. Noch vor der Renchtalbahn erreicht die innerörtliche Umfahrung wieder die eigentliche B 3 und wird über einen Kreisel angebunden. Mit der neuen Straße würde auch ein Rad- und Feldweg gebaut. Kurz erläuterte er die in Urloffen geplanten Änderungen und einen möglichen Radweg in Richtung Sand.
Mayer pro Brücke
Hanspeter Mayer konnte sich mit den Ideen nicht anfreunden. Er hätte »das Ganze etwas genauer gehabt« und hatte eine Menge Fragen: »Handelt es sich um eine innerörtliche Umfahrungsstraße? Soll der Lkw-Verkehr über diese Straße abgewickelt werden? Was sagen die Anwohner dazu?« Für den Newcomer im Bezirksbeirat wäre eine andere Lösung die bessere: Der Verkehr soll über die Sander Straße unter der Bahn hindurchgeleitet, von hier aus in Richtung Norden und über eine neu zu bauende Brücke oder Unterführung nach dem Kernort wieder zur Bundesstraße gelenkt werden.
Klemens Sauer ging weiter, er wollte, dass die jetzige Umleitungsstrecke für Lastkraftwagen über die Güterstraße im Ortsteil Urloffen auch künftig Bestand habe. Im Westen der Bahntrasse gäbe es ausreichend Raum für eine neue Straße. Dass hier gerade ein neues Baugebiet, nämlich »Runz II«, in der Planung ist, wurde im Bezirksbeirat nicht angesprochen.
Aber weder Mayers noch Sauers Ideen wurden vom Bezirksbeirat aufgegriffen. Eine Brücke sei zu teuer und zudem nicht realisierbar, meinte Stein. Und was er in keinem Fall möchte, dass Urloffen be- und Appenweier entlastet werde. Jeder Ortsteil sollte mit seinen Belastungen allein fertig werden. Und was der Bürgermeister in gar keinem Fall will, dass Gemeindemittel zum Ausbau der AB-Umleitungsstrecke ausgegeben werden. »Das ist Sache des Bundes«, so Stein. Wunsch ist es hingegen, dass es in Appenweier eine Entlastungsstrecke gibt, damit der Verkehr aufgespaltet wird. Dazu würde die Möglichkeit bestehen, mitten im Ort Feste zu feiern und die B 3 dafür zu sperren.
Nun wird die Öffentlichkeit mit der Planung bekannt gemacht, es soll intensiv diskutiert werden, im Bezirksbeirat konnte sich die überwiegende Mehrheit für die Planung begeistern.

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