19.11.2005
Ärmel hochkrempeln statt lamentieren
Bernd Eckardt sprach bei der Voba-Mitgliederversammlung in Urloffen über die Pessimismusfalle


Bei der Mitgliederversammlung Nord der Volksbank Offenburg zeigte Direktor Bernd Eckardt gestern Abend auf, wie wir in Deutschland der Pessimismusfalle entkommen. Zudem informierte er über die Entwicklung der Voba.

Appenweier-Urloffen (pbb). »Die fetten Jahre sind vorbei«, sagte Direktor Bernd Eckardt bei der Mitgliederversammlung Nord der Volksbank Offenburg gestern Abend in der Athletenhalle mit Blick auf die Staatsverschuldung, die Themen Rente (»private Altersvorsorge auf dem Vormarsch«) und Gesundheit (»die demografische Alterung lässt die Ausgaben ansteigen und die Einnahmen langsamer wachsen«).

Eckardt wollte allerdings keine Negativstimmung verbreiten. Ganz im Gegenteil. »Quo vadis Deutschland – Wie entkommen wir der Pessimisusfalle?« lautete der Titel seines Referates.

Hang zum Weltschmerz
»Wir müssen aufpassen, dass uns bei allen tagein, tagaus geführten Problemdiskussionen die Zuversicht hinsichtlich der Entwicklungsfähigkeit unseres Landes nicht abhanden kommt«, so Eckardt, der die gegenwärtige Stimmung mit »verzagter Ängstlichkeit«, »Hang zum Weltschmerz« und »wirtschaftliches Jammertal« skizzierte. Dabei sei es gerade eine Stärke der sozialen Marktwirtschaft, die diffusen Ängste des Menschen vor Gefährdungen des Alltages im Grenzen zu halten.

Allerdings warf er auch die Frage auf, ob der Staat als Sozialumverteilungsmaschine überhaupt noch in der Lage sei, die Probleme zu lösen oder nicht mehr Eigeninitiative an den Tag gelegt werden müsse. »Der Gestaltungswille und die Gestaltungsmöglichkeiten des Einzelnen werden in einem Klima von Angst und Pessimismus weit unterschätzt«, sagte der Voba-Direktor und forderte: »Ämel hochkrempeln statt lamentieren!«

Weil derzeit jeder Zweite skeptisch in die Zukunft blicke, gehe es nicht aufwärts. Die Deutschen sitzen in der Pessimismusfalle: 85 Prozent seien über ihre persönliche Zukunft beunruhigt. »Die Menschen halten ihre Arbeitsplätze für immer unsicherer. Sparen immer mehr und damit so lange, bis ihre Jobs wirklich gefährdet sind«, sagte Eckardt, für den feststeht: »Ein gesunder Zukunftsoptimismus entscheidet über Wachstum.«

Initiativen und Ideen
Das »Zuversichtsschlusslicht« Deutschland brauche Initiativen, Initialzündungen, neue Ideen, wirtschafts- und finanzpolitische Rahmenbedingungen, forderte Direktor Bernd Eckardt.

Volksbank-Daten
Zur »Entwicklung der Volksbank Offenburg« meinte Direktor Bernd Eckardt, die Sorge um die Zukunft bestimme den Privatkundenberich. Wichtiger Baustein der Altersvorsorge: die eigenen vier Wände. Als »ausgesprochen erfolgreich« bezeichnete er die Voba bei der Bereitstellung von Immobiliendarlehen: Das Neugeschäft sei in diesem Jahr um 14 % (über 600 Wohnbauanträge), der Bestand um 5 % auf 290 Millionen Euro gestiegen.

Bei den »Häuslebauern« nehme der Nordbereich mit fast 100 neuen Bauherrn dieses Jahr einen der vorderen Plätze innerhalb der Gesamtbank ein. Bestandszuwachs auf 41 Millionen Euro.
Der Trend bei den Vermögensanlagen (Einlagen und Wertpapiere) gehe wieder nach oben (Steigerung von 2,5 % auf 1,3 Milliarden Euro). Der Nordbereich verzeichne im Wertpapierbereich ein Plus von 11,5 %.

Bei Krediten von 200 Millionen Euro entfielen alleine 150 Millionen Euro auf Firmenkunden. Im Bereich Nord wurden in den ersten neun Monaten 2005 bereits 15,1 Millionen Euro zusätzlich ausgeliehen.

Von ca. 17 500 Einwohnern des Geschäftsbereichs Nord stehen 11 000 mit der Voba in Kundenverbindung (ca. 63 %). Kundenreichweite Willstätt/Sand, Legelshurst: 48 %; Appenweier, Urloffen, Nesselried: 76 %. pbb


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