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Bei der Mitgliederversammlung Nord der Volksbank
Offenburg zeigte Direktor Bernd Eckardt gestern Abend auf, wie wir in
Deutschland der Pessimismusfalle entkommen. Zudem informierte er über die
Entwicklung der Voba.
Appenweier-Urloffen (pbb). »Die fetten Jahre sind
vorbei«, sagte Direktor Bernd Eckardt bei der Mitgliederversammlung Nord der
Volksbank Offenburg gestern Abend in der Athletenhalle mit Blick auf die
Staatsverschuldung, die Themen Rente (»private Altersvorsorge auf dem
Vormarsch«) und Gesundheit (»die demografische Alterung lässt die Ausgaben
ansteigen und die Einnahmen langsamer wachsen«).
Eckardt wollte allerdings keine Negativstimmung
verbreiten. Ganz im Gegenteil. »Quo vadis Deutschland – Wie entkommen wir
der Pessimisusfalle?« lautete der Titel seines Referates.
Hang zum Weltschmerz
»Wir müssen aufpassen, dass uns bei allen tagein, tagaus geführten
Problemdiskussionen die Zuversicht hinsichtlich der Entwicklungsfähigkeit
unseres Landes nicht abhanden kommt«, so Eckardt, der die gegenwärtige
Stimmung mit »verzagter Ängstlichkeit«, »Hang zum Weltschmerz« und
»wirtschaftliches Jammertal« skizzierte. Dabei sei es gerade eine Stärke der
sozialen Marktwirtschaft, die diffusen Ängste des Menschen vor Gefährdungen
des Alltages im Grenzen zu halten.
Allerdings warf er auch die Frage auf, ob der Staat als
Sozialumverteilungsmaschine überhaupt noch in der Lage sei, die Probleme zu
lösen oder nicht mehr Eigeninitiative an den Tag gelegt werden müsse. »Der
Gestaltungswille und die Gestaltungsmöglichkeiten des Einzelnen werden in
einem Klima von Angst und Pessimismus weit unterschätzt«, sagte der
Voba-Direktor und forderte: »Ämel hochkrempeln statt lamentieren!«
Weil derzeit jeder Zweite skeptisch in die Zukunft
blicke, gehe es nicht aufwärts. Die Deutschen sitzen in der
Pessimismusfalle: 85 Prozent seien über ihre persönliche Zukunft beunruhigt.
»Die Menschen halten ihre Arbeitsplätze für immer unsicherer. Sparen immer
mehr und damit so lange, bis ihre Jobs wirklich gefährdet sind«, sagte
Eckardt, für den feststeht: »Ein gesunder Zukunftsoptimismus entscheidet
über Wachstum.«
Initiativen und Ideen
Das »Zuversichtsschlusslicht« Deutschland brauche Initiativen,
Initialzündungen, neue Ideen, wirtschafts- und finanzpolitische
Rahmenbedingungen, forderte Direktor Bernd Eckardt.
Volksbank-Daten
Zur »Entwicklung der Volksbank Offenburg« meinte Direktor Bernd Eckardt, die
Sorge um die Zukunft bestimme den Privatkundenberich. Wichtiger Baustein der
Altersvorsorge: die eigenen vier Wände. Als »ausgesprochen erfolgreich«
bezeichnete er die Voba bei der Bereitstellung von Immobiliendarlehen: Das
Neugeschäft sei in diesem Jahr um 14 % (über 600 Wohnbauanträge), der
Bestand um 5 % auf 290 Millionen Euro gestiegen.
Bei den »Häuslebauern« nehme der Nordbereich mit fast 100
neuen Bauherrn dieses Jahr einen der vorderen Plätze innerhalb der
Gesamtbank ein. Bestandszuwachs auf 41 Millionen Euro.
Der Trend bei den Vermögensanlagen (Einlagen und Wertpapiere) gehe wieder
nach oben (Steigerung von 2,5 % auf 1,3 Milliarden Euro). Der Nordbereich
verzeichne im Wertpapierbereich ein Plus von 11,5 %.
Bei Krediten von 200 Millionen Euro entfielen alleine 150
Millionen Euro auf Firmenkunden. Im Bereich Nord wurden in den ersten neun
Monaten 2005 bereits 15,1 Millionen Euro zusätzlich ausgeliehen.
Von ca. 17 500 Einwohnern des Geschäftsbereichs Nord
stehen 11 000 mit der Voba in Kundenverbindung (ca. 63 %). Kundenreichweite
Willstätt/Sand, Legelshurst: 48 %; Appenweier, Urloffen, Nesselried: 76 %.
pbb |