27.07.2006
Neue Freiheit für »Vogelnest«-Kinder
Appenweierer Kinderkrippe feiert am Samstag den Umzug ins neue Domizil am alten Bahnhof
 

Mit einem fröhlichen Sommerfest feiert die Kindertagesstätte »Vogelnest« am Samstag den Umzug in die neuen Räume unweit des alten Appenweierer Bahnhofs.

Von: Michael Müller

Appenweier. Erst seit gut drei Jahren gibt es in Appenweier das »Vogelnest«. Doch in dieser Zeit hat die Einrichtung eine rasante Entwicklung hinter sich. »Wir sind in eine echte Lücke gestoßen«, erläutert Leiterin Katharina Lating die Gründe. Denn Ganztagsbetreuung für Kinder von null bis drei Jahren gibt es sonst nirgends in Appenweier – und damit kommt das »Vogelnest« vor allem den Bedürfnissen erwerbstätiger Eltern entgegen.

Erstes Domizil war eine ganz normale Wohnung in der Nesselrieder Straße. Doch die wurde rasch zu klein – schnell gab’s Wartelisten. Und so schaute man sich nach größeren Räumlichkeiten um. Schließlich stieß man auf die ehemalige Lagerhalle der Post am alten Bahnhof, die zuletzt von einem Bettenlager genutzt worden war – die wurde gerade frei. Und schnell wurde klar: Das ist die ideale Lösung.

Viel Eigenleistung
Aber zunächst galt es natürlich, das Gebäude kinderkrippentauglich umzubauen. Mehrere Zwischenwände mussten eingezogen werden, um verschiedene Funktionsräume zu schaffen, wo man mit den Kindern gezielt arbeiten kann. Denn so etwas gab’s im alten Domizil überhaupt nicht. Rund drei Monate dauerten die Umbauarbeiten. Nun stehen rund 300 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung; es gibt einen Malraum, einen Turn- und Musikraum, einen Ruheraum und mehrere Spielräume. Und auch einen Außenbereich zum Spielen gibt es, den die Eltern größtenteils in Eigenleistung hergerichtet haben.

Die Gemeinde half tatkräftig mit. Nicht nur unterstützt sie den Verein finanziell, sie half auch bei der Suche nach neuen Räumen und organisierte die Termine mit den zuständigen Fachverbänden. Sie tut dies nicht zuletzt auch, weil das »Vogelnest« Aufgaben für die Gemeinde übernimmt: Laut Gemeinderatsbeschluss hat das »Vogelnest« die gesamte Kleinkindbetreuung übertragen bekommen. Das Kinderbetreuungs-Ausbaugesetz des Bundes fordert bekanntlich, dass die Gemeinden bis 2010 den Bedarf an Kinderkrippen-Plätzen abdecken müssen. Dank des »Vogelnestes« wird die Gemeinde Appenweier dieser Forderung schon heute gerecht: »Unser Bedarf ist zu 100 Prozent gedeckt«, freut sich Hauptamtsleiter Fritz Langenecker.

30 genehmigte Betreuungsplätze gibt es. Die werden allerdings individuell verteilt. So gibt es Eltern, die nur tageweise Betreuungsbedarf haben. Einige Plätze können also sozusagen mehrfach belegt werden. Maximal 20 Kinder können zur gleichen Zeit betreut werden. Schließlich sind die meisten klein – das jüngste ist gerade mal drei Monate alt – und brauchen entsprechend intensive Zuwendung.

Auch in den Ferien offen
Mittlerweile arbeiten sieben Erzieherinnen im »Vogelnest«. Die Einrichtung hat von 7 bis 18 Uhr geöffnet sowie nach Bedarf. Ferienschließzeiten gibt es nicht. Und sogar Englisch-Unterricht wird angeboten.

Katharina Lating jedenfalls freut sich über das neue Domizil: »Die Kinder genießen die Freiheit.«

Und das muss gefeiert werden: Am kommenden Samstag geht’s ab 14 Uhr rund. Es wird Tanzvorführungen geben, der Kasperl kommt zu Besuch, und am Glücksrad werden wertvolle Preise verlost. Und natürlich können die Besucher die neuen Räumlichkeiten eingehend in Augenschein nehmen.


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