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Mit einem fröhlichen Sommerfest feiert die
Kindertagesstätte »Vogelnest« am Samstag den Umzug in die neuen
Räume unweit des alten Appenweierer Bahnhofs.
Von: Michael Müller
Appenweier. Erst seit gut drei Jahren gibt es in Appenweier das
»Vogelnest«. Doch in dieser Zeit hat die Einrichtung eine rasante
Entwicklung hinter sich. »Wir sind in eine echte Lücke gestoßen«,
erläutert Leiterin Katharina Lating die Gründe. Denn
Ganztagsbetreuung für Kinder von null bis drei Jahren gibt es sonst
nirgends in Appenweier – und damit kommt das »Vogelnest« vor allem
den Bedürfnissen erwerbstätiger Eltern entgegen.
Erstes Domizil war eine ganz normale Wohnung in der Nesselrieder
Straße. Doch die wurde rasch zu klein – schnell gab’s Wartelisten.
Und so schaute man sich nach größeren Räumlichkeiten um. Schließlich
stieß man auf die ehemalige Lagerhalle der Post am alten Bahnhof,
die zuletzt von einem Bettenlager genutzt worden war – die wurde
gerade frei. Und schnell wurde klar: Das ist die ideale Lösung.
Viel Eigenleistung
Aber zunächst galt es natürlich, das Gebäude kinderkrippentauglich
umzubauen. Mehrere Zwischenwände mussten eingezogen werden, um
verschiedene Funktionsräume zu schaffen, wo man mit den Kindern
gezielt arbeiten kann. Denn so etwas gab’s im alten Domizil
überhaupt nicht. Rund drei Monate dauerten die Umbauarbeiten. Nun
stehen rund 300 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung; es gibt einen
Malraum, einen Turn- und Musikraum, einen Ruheraum und mehrere
Spielräume. Und auch einen Außenbereich zum Spielen gibt es, den die
Eltern größtenteils in Eigenleistung hergerichtet haben.
Die Gemeinde half tatkräftig mit. Nicht nur unterstützt sie den
Verein finanziell, sie half auch bei der Suche nach neuen Räumen und
organisierte die Termine mit den zuständigen Fachverbänden. Sie tut
dies nicht zuletzt auch, weil das »Vogelnest« Aufgaben für die
Gemeinde übernimmt: Laut Gemeinderatsbeschluss hat das »Vogelnest«
die gesamte Kleinkindbetreuung übertragen bekommen. Das
Kinderbetreuungs-Ausbaugesetz des Bundes fordert bekanntlich, dass
die Gemeinden bis 2010 den Bedarf an Kinderkrippen-Plätzen abdecken
müssen. Dank des »Vogelnestes« wird die Gemeinde Appenweier dieser
Forderung schon heute gerecht: »Unser Bedarf ist zu 100 Prozent
gedeckt«, freut sich Hauptamtsleiter Fritz Langenecker.
30 genehmigte Betreuungsplätze gibt es. Die werden allerdings
individuell verteilt. So gibt es Eltern, die nur tageweise
Betreuungsbedarf haben. Einige Plätze können also sozusagen mehrfach
belegt werden. Maximal 20 Kinder können zur gleichen Zeit betreut
werden. Schließlich sind die meisten klein – das jüngste ist gerade
mal drei Monate alt – und brauchen entsprechend intensive Zuwendung.
Auch in den Ferien offen
Mittlerweile arbeiten sieben Erzieherinnen im »Vogelnest«. Die
Einrichtung hat von 7 bis 18 Uhr geöffnet sowie nach Bedarf.
Ferienschließzeiten gibt es nicht. Und sogar Englisch-Unterricht
wird angeboten.
Katharina Lating jedenfalls freut sich über das neue Domizil:
»Die Kinder genießen die Freiheit.«
Und das muss gefeiert werden: Am kommenden Samstag geht’s ab 14
Uhr rund. Es wird Tanzvorführungen geben, der Kasperl kommt zu
Besuch, und am Glücksrad werden wertvolle Preise verlost. Und
natürlich können die Besucher die neuen Räumlichkeiten eingehend in
Augenschein nehmen. |