17.12.2004
»Von der Regional- in die Bundesliga«
Gewerbesteuereinnahmen der vergangenen Jahre freuen Appenweiers Kämmerer Helmut Martin


Einstimmig segnete der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor dem Jahreswechsel die Rechnung 2003 ab. Außerordentlich erfreulich war die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen.

Von: lö

Appenweier (lö). »Nahezu ein Aufstieg aus der Regional- in die Bundesliga«, freute sich Rechner Helmut Martin über die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen. In den Jahren 2000 und 2001 lagen die Gewerbesteuereinnahmen bei knapp 1,2 Mio. Euro, 2002 bei knapp 3,7 Mio. und 2003 bei genau 3,5 Mio. Euro. Es lasse sich absehen, dass die Einnahmen im laufenden Jahr zwar etwas zurückgehen, sich aber im Grunde in der Größenordung wie 2003 belaufen werden. Ein Problem sah Martin: Vier Prozent der Betriebe erbringen 90 Prozent der Gewerbesteuereinnahmen. »Das birgt immer ein Risiko«, so der Kämmerer.
Verringerte Schlüsselzuweisungen ließen den Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer schrumpfen, insgesamt aber konnte ein Ergebnis erwirtschaftet werden, das deutlich besser als erwartet war. Durch die höheren Gewerbesteuereinnahmen wurde die Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt auf 3,2 Mio. Euro gesteigert, auf eine geplante Rücklagenentnahme wurde verzichtet. Martin gab allerdings zu bedenken, dass man 2005 kräftig an die Rücklage gehen müsse, in der jüngst beschlossenen Haushaltssatzung findet die Entnahme ihren Niederschlag.
Sehr erfolgreich war die Entwicklung Schulden/Rücklage im Jahr 2003: Der Schuldenstand fiel auf 4,256 Mio. Euro zurück, die Rücklagen erhöhten sich auf 6,698 Mio. Euro Ende 2003.
Nahezu doppelt so viel Einnahmen als vor 20 Jahren habe die Gemeinde heute. Dass trotzdem die Finanzen eng geschnürt werden müssen, liege an den wesentlich höheren Standards. Gleich ob Wasserver- oder -entsorgung, Kindergärten oder Schulen, überall wurden die gesetzlichen Anforderungen erhöht. Es müsse einfach weniger Verpflichtungen für die Gemeinden geben, die ins Geld gehen, forderte Kämmerer Martin.


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