„Appenweier verstärkt die Jugendarbeit“
„Jetzt geht’s los!“ ist offen bekannte Motivation von Bürgermeister Hansjürgen
Stein, gleichzeitig ist diese Parole Ausdruck eines Aufbruches in Appenweier. Im
Gemeinderat wurde alleine im ersten Halbjahr 2003 eine breite Basis für eine
nachhaltige wirtschaftliche, bauliche und soziale Entwicklung gelegt. Zwar sind
die Ergebnisse der Überlegungen und konkreten Planungen erst für das Folgejahr
bzw. die Folgejahre erwartet worden, aber „die Entscheidungen waren reif, die
erste Ernte kann eingefahren werden“ meint Stein und gibt stolz den Fortschritt
der Gemeinde bekannt.
Die
Gemeinde Appenweier hat zusammen mit der Ortschaft Nesselried und der Ortschaft
Urloffen ca. 9.500 Einwohner und ca. 780 Jugendliche (12 bis 18 Jahre). In
Ergänzung des sehr aktiven und sehr breiten Spektrums der Vereinstätigkeiten hat
die Gemeinde auf Bestreben von Bürgermeister Stein ein weiteres Angebot an die
Jugendlichen eröffnet: Jugendarbeit mit der Gemeinde.
Betreiben wird den Jugendtreff die Arbeiterwohlfahrt (AWO) - Kreisverband
Ortenau. „Ich bin froh, dass es jetzt losgehen kann“ meint Bürgermeister
Hansjürgen Stein. Mit der AWO hat sich die Gemeinde für einen freien Träger
entschieden, der Erfahrung in der offenen Jugendarbeit hat. Die AWO betreibt im
Ortenaukreis die Jugendhäuser in Renchen, Kippenheim, Rust, Mahlberg und
Kappel-Grafenhausen. „Im Juli soll es nun in Appenweier los gehen“, hatten
damals Bürgermeister Hansjürgen Stein und Edmund Taller, Geschäftsführer der AWO
- Kreisverband Ortenau versprochen.
Einigkeit herrschte im Gemeinderat zur Jugendarbeit schnell, im Gemeinderat
wurde am 16. Dezember 2002 über die Verfügbarkeit eines Jugendraumes und der
Geeignetheit der alternativen Möglichkeiten beraten und am 27. Januar 2003 als
Folgeschritt über die Zusammenarbeit mit der erfahrenen AWO. Bereits am 17.
Februar konnte der Beschluss zum Vertrag zwischen AWO und der Gemeinde
herbeigeführt werden, so dass Vertreter des Gemeinderates am 17. März in das
Jugendkuratorium gewählt wurden. Die Einigkeit aller von der Gemeinde an den
Entscheidungen Beteiligten förderte den raschen Fortschritt der Jugendarbeit in
Appenweier, sicherlich auch das Bewusstsein Jugendarbeit nicht nur als formales
Thema abzuhandeln sondern als Zukunftsauftrag zu betrachten.
Um die Jugendlichen von Anfang an in das Projekt mit ein zu beziehen,
veranstaltete die Gemeinde zusammen mit der AWO am 03. April ein sogenanntes
Jugendhearing. Zum Jugendhearing eingeladen sind alle Jugendlichen ab 13 Jahren
aus Appenweier, Nesselried und Urloffen. Die Jugendlichen wurden über die
geplante Jugendarbeit informiert und als Hauptsache der Veranstaltung wurde den
jungen Wünschen und Vorstellungen, wie der Jugendraum einmal aussehen und was
dort an Programm angeboten werden soll, aufmerksam zugehört. Die Jugendlichen
wurden zur aktiven Mitarbeit bei Gestaltung und Betrieb aufgefordert. Auch an
diesem Abend wurde das Kuratorium „Jugendarbeit“ gegründet. Dazu sind vier
Jugendvertreter und vier Stellvertreter ins Kuratorium gewählt worden. Bereits
im Vorfeld, unter anderem bei der Besetzung der Stelle der Fachkraft, war
mitreden in wesentlichen Entscheidungsprozessen möglich.
Das Kuratorium besteht aus den Mitgliedern: Bürgermeister, die beiden
Ortsvorsteher, fünf Gemeinderäte, der Geschäftsführer der AWO, die hauptamtliche
Fachkraft sowie den vier im Jugendhearing gewählten Vertretern der Jugend. Es
hat die Aufgabe, die Arbeit der hauptamtlichen Fachkräfte und aller anderen
Aktiven in der Jugendarbeit zu begleiten und zu unterstützten.
Jugendliche und Mitglieder des Gemeinderates trafen sich am 08.07.2003 zur
Startveranstaltung der Jugendarbeit in Appenweier. Die Jugendlichen werden
Freiraum durch Ideen, Verantwortung und Umsetzung erhalten. „Sie sollen lernen
sich mehr zuzutrauen“ betont Andreas Helberg, der neue Jugendreferent der
Arbeiterwohlfahrt und der Gemeinde. 10 engagierte Jugendlichen folgten seiner
ersten Einladung in den neuen Jugendraum im Rathaus. Er versprach den
Jugendlichen sich auch ihren persönlichen Problemen anzunehmen und den
Jugendlichen beizustehen. Als Wünsche nannten die Jugendlichen realistisch das
wichtigste zuerst und das in machbaren Schritten. So ist der Raum zunächst
teilweise zu verputzen und neu zu streichen, die Vorschläge der späteren
Einrichtung werden unter der Jugendgruppe besprochen und ausgewählt.
Der Gemeinderat überlies vertrauensvoll einen ehemaligen Klassenraum im Rathaus
II als ehem. Schule. In erster Linie soll der Jugendraum als Treffpunkt dienen.
Zur Förderung der Jugendlichen wird es ein alters- und Interessengerechtes
gerechtes Programm geben. Der Jugendraum wird tageweise den Altersgruppen und
allen zur Verfügung stehen. Der Jugendreferent legt Wert auf verschiedene Tage
mit bestimmten Inhalten. Beispielhaft nennt er Aktionen zu bestimmten Themen und
auch Nachhilfe. Helberg betont, wenn überhaupt Alkohol ausgeschenkt werde, dann
kontrolliert und begrenzt und besonders auch unter Beachtung des Alters,
Aschenbecher wird es keine geben. Der Raum und die Gruppen werden vom
Jugendreferenten geleitet, organisiert und verwaltet. Ausdrücklich gewünscht ist
nach einer gewissen Zeit der vertrauensvollen Zusammenarbeit, dass die
Jugendliche einige Dienste übernehmen. Gezielt wird Verantwortung an einige
abgeben. „Der Jugendraum wird ein guter Treffpunkt mit einer tollen Atmosphäre“
betont Helberg in seiner zugänglichen Art.