Manfred Stiegeler, Vorsitzender des Appenweierer Akkordeonvereins,
bekam das Bundesverdienstkreuz
Für seine Verdienste im musikalischen Ehrenamt erhielt Manfred Stiegeler
während einer Feier im Bürgersaal des Rathauses Appenweier aus der Hand
von Staatsminister Willi Stächele das Bundesverdienstkreuz am Bande
überreicht.
Mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande wurde das mehr als 50-jährige
Engagement von Stiegeler für die Akkordeon-Musik gewürdigt. Willi
Stächele blickte bei einer Feierstunde im Rathaus zurück: Seit 1955 ist
der 1944 in Hausach geborene Vorsitzende des heimischen Akkordeonvereins
aktiver Spieler, begann 1967 mit seiner Vorstandsarbeit, wurde 1970
stellvertretender Vorsitzender und führt den Akkordeonverein seit 1978.
60 Jugendliche
Begeisterungsfähigkeit und Leidenschaft gingen auch über diese lange
Zeit nie verloren, attestierte Stächele dem neuen Träger des
Bundesverdienstkreuzes. So gelang es ihm, 100 aktive Mitglieder zu
gewinnen, davon über 60 Jugendliche. Stiegeler lag immer die
Nachwuchsförderung am Herzen. 2002 initiierte er die Musikalische
Früherziehung für Kinder ab vier Jahren und übernahm zusammen mit seinem
Verein die Vorreiterrolle im Ortenaukreis. Das Programm wurde wegen
seines Erfolges in jüngster Zeit auf Kinder ab 18 Monate erweitert, so
Stächele.
Der Minister erinnerte: »Musik und vor allem das Musikmachen ist ein
verbindendes Element – auch zwischen Jung und Alt.« In unserer heutigen
Gesellschaft sei man auf Menschen wie Manfred Stiegeler angewiesen, hob
Stächele die Bedeutung des Ehrenamtes hervor. Die Leistungen des
Akkordeon-Orchesters bei den jährlichen Wertungsspielen und die
Teilnahme an Vereinsfesten sei beispielhaft.
Herausragend, so der Minister, sei das Engagement Stiegelers im
Deutschen Harmonika-Verband. Acht Jahre, bis 1990, war er
stellvertretender Bezirksvorsitzender, danach und bis heute trage er als
Vorsitzender Verantwortung. Auch auf Bezirksebene fördere er die Jugend,
1991 initiierte er die Bezirksjugendspiele.
Stiegeler, ein wahres Organisationstalent, so der Staatsminister, richte
mit seinem Verein alle drei Jahre die Landesentscheide für
Baden-Württemberg aus.
Das ehrenamtliche Engagement Stiegelers sei aber mit seiner Arbeit für
die Musik nicht erschöpft, erinnerte Stächele. Seit Jahrzehnten sei er
im Deutschen Roten Kreuz engagiert, zurzeit als Kassier beim Ortsverein
mit rund 500 Mitgliedern. Der Dank für die ehrenamtliche Arbeit gelte
nicht nur Manfred Stiegeler, sondern auch dessen Ehefrau Marianne, ohne
deren Mithilfe Stiegeler sich nicht so stark in die Vereine hätte
einbringen können.
»Geplättet« gewesen
Bürgermeister Hansjürgen Stein, der die vielen Teilnehmer der
Ehrungsfeier im Bürgersaal begrüßt hatte, schilderte Stiegeler als Mann,
für den immer die Frage im Vordergrund stehe, was kann ich für den
Verein, den Bezirk, den Verband, für meine Musiker machen und nie die
Frage, was springt für mich dabei heraus. Deshalb sei er auch
»geplättet« gewesen, als er von der Ehrung gehört habe. Stiegeler sei
ein »Aktivposten« bei den Vereinen. DHV-Präsident Franz-Josef Jaumann
hatte sich als Mann aus Trossingen über die Marke der Instrumente
gefreut, auf denen ein Akkordeon-Ensemble mit Musikern aus Appenweier
und dem Bezirk die Feierstunde umrahmt hat. Er hob Stiegelers Ausdauer
und das Engagement hervor, mit dem dieser Ziele verfolge. Werner
Schocher, Stellvertreter Stiegelers im Bezirk, charakterisierte
Stiegeler als Motor, der die Akkordeon-Musik bewege, sie nicht nur in
Verein und Bezirk voranbringe. Tanja Schwarz, stellvertretende
Vereinsvorsitzende, dankte einem Mann, der sich seit 53 Jahren in die
Akkordeon-Musik einbringe und über dessen stets verbindliche Art, mit
den Mitgliedern umzugehen.
Ein von der Auszeichnung überraschter Manfred Stiegeler dankte nicht nur
seinen Vereinskollegen, sondern besonders seiner Familie: »Ohne deren
Unterstützung wäre mir die Arbeit nicht möglich gewesen.