Europa-Wochenende in Montlouis
anlässlich des 30-jährigen Partnerschaftsjubiläums
zwischen Montlouis und Appenweier

Es war ein Wochenende, das ganz im Zeichen von Europa stand –Montlouis (Frankreich) und Appenweier feierten ein wunderschönes Fest der Begegnung unter der Mitwirkung von Castelvetro di Modena (Italien).

Anlass war das 30-jährige Partnerschaftsjubiläum, das in Montlouis gefeiert wurde, nachdem 2005 das Fest in Appenweier stattfand. Seit 1975 besteht die Städtepartnerschaft Appenweiers mit Montlouis und sie erlebte ein grandioses Erneuerungsfest, an dem eine Delegation aus Castelvetro di Modena, eine weitere Partnerstadt von Montlouis, teilnahm.

Strahlend blauer Himmel empfing die rund 215 Reisenden aus Appenweier, Urloffen und Nesselried, als sie am Freitag morgen nach rund 10 Stunden Fahrt an der Loire ankamen. Und das Wetter zeigte sich das ganze Wochenende über von der ganz heißen Seite – täglich weit über 30 Grad ließen alle Jubiläumsveranstaltungen zu einem schweißtreibenden Vergnügen werden.

Nach der Quartierverteilung und dem Mittagessen in den Gastfamilien wurde in Montlouis ein umfangreiches Programm angeboten. Gestartet wurde mit sportlichen Aktivitäten, von Volleyball, Kickboxen, Billard über Fußball und Kanufahren war alles dabei, was das Herz begehrt. Die Feuerwehr konnte im Boulespiel den letztjährigen Triumph nicht wiederholen, die Pompiers waren einfach stärker, was der guten Stimmung aber keineswegs einen Abbruch tat.

 

Hochinteressant war die Videopräsentation im Seniorenwerk von Montlouis über das Thema Seniorenheime in den 3 Gemeinden, so war zu erfahren, dass die Altenheime und Pflegeeinrichtung in den 3 Ländern zum Teil recht unterschiedlich ausgestattet sind und auch unterschiedlich finanziert werden.

Nach einem schönen sommerlichen Treffen im Schulhof einer der Schulen von Montlouis waren alle nach Einbruch der Dämmerung zu einem Fackelumzug zu der Festhalle aufgerufen – schließlich zählte man den 14. Juli und der ist bekanntlich Nationalfeiertag in Frankreich und wird überall im Nachbarland mit Feuerwerk gefeiert. Alle Musikkapellen und Musikgruppen aus Appenweier, Urloffen, Montlouis und Castelvetro beteiligten sich am Umzug und so zogen schlussendlich Tausende von Zuschauern zur „Ligeria“-Halle, dort wurde das fantastische Feuerwerk abgebrannt.

Nach der Rückkehr zum Festplatz ließen es sich viele Begeisterte nicht nehmen, bis in die frühen Morgenstunden zu feiern. „Ich komme nicht nach Montlouis, um zu schlafen“ war der meistgehörte Satz am nächsten Morgen.

 

Dieser Samstagmorgen stand ganz im Zeichen der touristischen Erkundung der Umgebung. So wurden Ausflüge nach Amboise angeboten, dort konnten das bekannte Schloß und das Leonardo-da-Vinci-Museum besichtigt werden. Wer Amboise schon kannte, entschied sich für einen Abstecher nach Tours, eine wunderschöne Altstadt mit romantischen Gassen und guten Einkaufsmöglichkeiten erwartete die Ausflügler.

 

Die offizielle Delegation hingegen besuchte das für seine Gärten weltberühmte Schloß Villandry und staunte über die herrlichen Anlagen, bevor noch einen Abstecher zu einer Korbgenossenschaft in Villaines les Rochers unternommen wurde.

Allgemeiner Treffpunkt am Nachmittag war wieder Montlouis – im Park „Les Coteaux“ wurden altertümliche Volksspiele, Vorführungen der Capoeira-Gruppe (Tanz mit Kampfsportelementen), typisch französische Musik und natürlich auch kulinarische Spezialitäten angeboten.

Der Festakt am Abend wurde wieder eine Demonstration für ein harmonisch funktionierendes Europa, so wurde die Vorspeise von Castelvetro, der Hauptgang und der Käse von Montlouis und die Nachspeise von Appenweier dargeboten. Die badische Spezialität Kirschplotzer mit Vanillesauce wurde zwar erst sehr spät in der Nacht serviert, aber vielleicht gerade deshalb mit großer Begeisterung verspeist.

Großen Beifall konnte Bürgermeister Hansjürgen Stein ernten, als er seine Rede auf die Fußball-Weltmeisterschaft abstimmte und daran erinnerte, dass an diesem Festwochenende genau die Nationen vertreten waren, die an der WM die ersten 3 Plätze unter sich ausgemacht hatten. Als er die Anfeuerungsrufe „Allez les Bleus“ „Forza Azurri“ und „Auf geht´s Deutschland“ ausrief, brodelte die Halle und die Begeisterung kannte keine Grenzen mehr.

Vor der Halle hatten sich zwischenzeitlich spontan eine beachtliche Menge französischer, italienischer und deutscher Festgäste zusammengefunden. Eigentlich um frische Luft zu schnappen, entwickelte sich ein spontanes Gesangsfestival, das dem Grand Prix de Eurovision alle Ehre gemacht hätte. Deutsche, italienische und französische Lieder wurden gemeinsam gesungen, mit einer enormen Begeisterung wurde musiziert und mit Verbrüderungen unter zuvor völlig unbekannten Menschen wurde der Partnerschaftsgedanke wahrlich gelebt.
 

Nach einer langen Nacht voller Freude trafen sich die Jubiläumsgäste am Sonntagmorgen wieder im Schulhof, um noch einmal die Musikkapellen aus Appenweier, Montlouis und Castelvetro zu genießen, die zum Abschluss alle gemeinsam musizierten.

Dabei wurden Luftballons in den jeweiligen Nationalfarben Italiens, Frankreichs und Deutschlands sowie von Europa freigelassen – als sie sich in die Lüfte erhoben waren so manche Tränen der Rührung zu sehen.

Bei der Heimfahrt waren sich alle einig – es war ein wunderschönes Fest, eine grandiose Festigung der Partnerschaft und ein Wochenende mit vielen Emotionen und bewegenden Momenten.


Montlouis-Splitter:

Die Köche für die Nachspeise, Edmund Kranz mit Ehefrau Klara, Uli Herdt und seine Ehefrau Monika sowie Thomas und Alexandra Duttenhöfer waren bereits eine Woche vorher zum Urlaub angereist und haben den Kuchen für über 500 Personen mit Kräften aus Montlouis in der dortigen Schulküche zubereitet.

Ortsvorsteher Klaus Sauer und seine beiden Mitstreiter Otto Schmid und Bernhard Singler sind am Montagmorgen aufgebrochen um mit dem Fahrrad nach Montlouis zu fahren. Bei glühender Hitze und einem strammen Programm von täglich über 160 km kamen sie ohne Panne pünktlich in der Partnerstadt an.

Chantal Clavier-Graf hatte am Wochenende auch ein ganz privates Jubiläum – vor genau 25 Jahren war sie nach Appenweier gezogen und feierte „Silberne Hochzeit mit Appenweier“.

Interessant waren die Ausführungen des Bürgermeisters von Montlouis über den Sturm auf die Bastille, der die französische Revolution auslöste – so waren lediglich 7 Gefangene in der Bastille – und davon waren 5 Geisteskranke. Aber, so Filleul, „am Ende war der Tyrann besiegt und eine große historische Tat vollbracht“.

 

Wunderschön war die Kunstausstellung, die Ralf Wiedemer eine Woche vor der Jubiläumsfeier bereits aufgebaut hatte. Florale Kunstwerke von Monika Barth aus Urloffen und Acrylmalerei von Sabrina Lott aus Nesselried harmonierten hervorragend miteinander. Karl Maier ergänzte die Ausstellung mit Fotos der Partnerschaft von der „Gründerzeit“ bis in die Gegenwart – ein Blickfang für jeden Besucher. Ebenfalls sehenswert die Arbeiten der Holzhandwerkskunst von Konrad Hurst.

 


 

Bei sengender Hitze suchten alle nach Abkühlung, Siegfried Spengler, Ortsvorsteher und begeisterter Fotograf, nutzte ein Sitzbad, allerdings war es nicht gefüllt.

 

Deutlich spürbar ist, dass sich die Bürgermeister Filleul und Stein gut verstehen, bei guter Stimmung strahlten beide um die Wette – Bürgermeister Stein war allerdings deutlich hitzeanfälliger und öfters in kurzen Hosen unterwegs.

 

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