Aus der Reihe:
Kleindenkmäler in der Gemeinde
Marienbild an der
Zusenhofener Straße
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Alter: Erstellt 1855.
Standort: Die Immaculata steht an der Straße nach Zusenhofen, im Gewann Falkenäcker.
Beschreibung: An der Straße nach Zusenhofen steht die zweite Marienstatue auf unserer Gemarkung. Erstellt wurde sie von dem Künstler Johannes Lacroix. Er zeigt uns eine völlig andere Madonna, als wir sie im Frauenbild an der Alemannenstraße sehen, obwohl auch sie eine Immaculata darstellt. Wenn wir beide vergleichen, stellt sich uns der grundsätzliche Wandel des Kunststils, man hat auf alle barocken Formen verzichtet. Wo wir im älteren Werk Leichtigkeit und Anmut finden präsentiert das jüngere Standhaftigkeit aber auch beharrende Schwere.
Lacroix zwängt seine Maria in einen langen Mantel aus Röhrenfalten. Das jugendliche Gesicht der Madonna blickt ernst mit leicht herabgezogenen Mundwinkeln über die Felder. Die Gebetshaltung der Arme und der gefalteten Hände, die von der gewohnten deutlich abweicht, unterstreicht den Eindruck der Strenge. Auch dieser Figur der Gottesmutter wurden die üblichen Attribute der unbefleckt Empfangenen beigegeben. Unter ihren beiden Füßen liegen auf einer merkwürdig zusammengedrückten Weltkugel die Schlange, den Apfel am Stiel im Maul und die Mondsichel als die bekannten Zeichen für die Überwindung des Sündenfalles und die Lobpreisung „Heller als der Mond“.
Aus der allgemeinen Mondsymbolik scheint Lacroix jedoch noch ein weiteres Element zu übernehmen: Der linke Fuß Marias tritt mit der ganzen Last des Standbeines auf die Sichel. Diesen harten Gegensatz entdeckt man bei den barocken Madonnen nur selten. Vielleicht soll auf das Wechselhafte, die sündhafte Unbeständigkeit, die man von jeher auch mit dem Wesen des Mondes verband, hingewiesen werden, gegen die Maria ihre Treue setzt.
Das Podest der Statue baut sich aus zwei Blöcken und mehreren ungleich dicken überstehenden Platten auf. Der obere Teil, schmäler als der untere, trägt als Schmuck ein großes ovales Feld mit dem einfachen Schriftzug „Maria“ in der Mitte. Die Vorderseite des unteren Blockes, von einem Fries aus gotischen Spitzbogen und einer schmalen Leiste eingerahmt, fordert den Betrachter in lateinischen Großbuchstaben auf, zur heiligen Jungfrau zu beten.
Soweit wir sehen, hat unsere Madonna ihren ursprünglichen Standplatz noch nicht verlassen müssen. Vor fünfzig Jahren soll sie noch bunt bemalt gewesen sein, inzwischen hat man sie in einem dunklen Rot einfarbig gestrichen.
Material / Maße: Roter Sandstein, Gesamthöhe 3,55 m.