Aus der Reihe: Kleindenkmäler in der Gemeinde
St. Wendelskreuz an der Straße zu Nußbach
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Alter:
Mitte 18. Jahrhundert.
Standort:
Das St. Wendelskreuz steht an der alten B 28 (Oberkircher Straße ortsausgangs),
an der Abzweigung an der der Schwabweg aus der Hohlgasse herausführt. Entlang
dieser Strecke wurden Jahrhunderte lang Prozessionen zum Wallfahrtsort St.
Wendelin in Bottenau durchgeführt.
Beschreibung:
Der Stifter führt uns an dieser Kreuzigungsgruppe nicht den biblischen Bericht
vom Tode Jesu Christi dar, sondern stellt völlig unhistorisch zwei Heilige aus
dem 7. und 13. Jahrhundert unter das Kreuz des Erlösers. Dadurch ergibt sich
eine andere Intention als bei den Kreuzigungsgruppen auf dem Friedhof und auf
dem Kirchplatz. Zwar fordert auch die Inschrift dieses Kreuzes den Betrachter
auf, sich in das Leiden Christi zu versenken und sich zu bessern, aber die
beiden Heiligen, Wendelin und Antonius von Padua unterstützen nicht die Trauer,
sondern bieten sich mit den ihnen beigegebenen Funktionen den Menschen in
irdischen Sorgen als Helfer an. Nicht nur der Heilige Wendelin hat mit Bottenau
eine Wallfahrtsstätte in der Umgebung, sondern auch der Heilige Antonius. Im
Mittelalter gründeten Franziskaner auf der Höhe zwischen Ebersweier und Durbach
zu Ehren ihres Ordensbruders ein Bruderhaus, zu dem trotz vieler Zerstörungen
noch bis 1810 Gläubige pilgerten.
Die beiden Heiligenfiguren und das Kreuz stehen auf einer quaderförmigen Sockelblatte, die alle drei Elemente verbindet. St. Wendelin kleidet der Bildhauer in einen langen Umhang, darunter ein Reitkleid und die für die St. Wendelinsfigur typischen Stulpenstiefel. Zu seinen Füßen macht ein Schaf auf die Kompetenz des Heiligen aufmerksam. St. Anton trägt die Kutte der Franziskaner, mit einem Strick gegürtet, an dem ein langer Rosenkranz hängt. Auf dem rechten Arm hält er das Jesuskind und in seiner Linken ein Buch das an den großen Prediger erinnert, der den Gläubigen das Wort Gottes erklärt. Das Kreuz zwischen den beiden Heiligen wirkt grazil und ist bewusst künstlerisch gestaltet.
Trotz der guten Absichten die der oder die unbekannten Stifter mit dem Werk verbanden, wurde aus der Kreuzung Schwabweg – Nußbacher Straße kein heiler Ort. Mehrere Menschen ließen ihr Leben und das Feldkreuz wurde geschändet. Die Suche nach den Schuldigen blieb erfolglos. Im Volk aber glaubte man, dass die Schänder bestraft werden würden und eines Tages eines unnatürlichen Todes sterben müssten. 30 Jahre später schien die Gerechtigkeit ihren Weg gefunden zu haben, denn in einem amerikanischen Bergwerk wurden zwei Auswanderer aus Appenweier tödlich verletzt, die zuvor gestanden das Feldkreuz geschändet zu haben.
Material / Maße:
Roter Sandstein, Kreuz Basis: 3,00 m, Kreuzstamm: 2,00 m,
Kreuzbalken: 0,85 m, Sockel Heilige: 1,30 m, Figuren Heilige: 1,30 m