Narrenzunft Appenweier e.V.

Fastnacht in Appenweier und Gründung der Narrenzunft
Das in den Zwanziger- und Dreißigerjahren übliche Schnurren und Schnaigen war die Grundlage für den Gedanken, wie andernorts auch in Appenweier die Fastnacht zu organisieren. Dies erfolgte ab dem Jahre 1932 in losen Zusammenkünften bis dann endgültig am 8. Februar 1938 durch den Elferrat der Narrenzunft Appenweier die erste Fremdensitzung durchgeführt wurde.

Die Bildung eines Fastnachtskomitees wurde notwendig, nachdem gleich Anfang der Fünfzigerjahre von Vereinen und Einzelklassen der Volksschule am Fastnachtssonntag Umzüge durchgeführt wurden. Um diese entsprechend zu organi­sieren, bildete sich ein Gremium, das die örtlichen Vereinsvertreter aufsuchte, um mit diesen über eine einheitliche Lösung zu befinden. In Zusammenarbeit mit der Volksschule bildete sich 1953 das Fastnachtskomitee.

Im Rahmen einer Besprechung der Vereinsvorstände am 10.11.1974 wurde der Gedanke wach, wieder Narrenzunft ins Leben zu rufen. Das damals noch bestehende Fastnachtskomitee hatte die Aufgabe, die vorbereitenden Arbeiten zu übernehmen und eine entsprechende Satzung zu entwerfen. Dies erfolgte am 26. Oktober 1975 im Gasthaus "Sonne", wobei festgelegt wurde, die Gründungsversammlung der Narrenzunft Appenweier am 11.11.1975 ebenfalls im Gasthaus "Sonne" durchzuführen.

Ursprung des Sandwangscht
Die Geschichte des „Sandwangscht” reicht bis ins 15.Jahrhundert zurück und begann mit einem ganz realen Streit um ein Wegerecht. Damals schon besaß Appenweier den großen Wald nordwestlich von Urloffen. Diese Besitzverhältnisse gefiele den Urloffener Bauern gar nicht, besonders auch, weil der Weg zum Wald durch die Wolfsgasse führte, die auf ihrer Gemarkung lag, und als die holzfahrenden Nachbarn auch noch ihre müden Pferde auf den Wiesen an der Wolfsgasse weiden ließen,  kam es zu handfesten Auseinandersetzungen.Diese Ereignisse malt die Sage um den „Ochsenkrieg mit derer von Urloffen” blumig aus und berichtet, dass die Urloffener in besagter Wolfsgasse den Appenweierern auflauerten, als diese wieder einmal ihr Vieh dahertrieben. Mit allen nur erdenklichen Stich- und Hiebwaffen fielen die Urloffener über Vieh und Hirten her und schlugen die Appenweierer in die Flucht. Durch diese Negativ-Erfahrung gewitzigt, legten sich die Appenweierer einen grobleinenen mit Sandpolstern abgesteppten Harnisch zu und gingen so geschützt mit ihrem Vieh erneut gen Urloffen. Während der erneuten Keilerei brachte einer aus Zimmern einen ungewöhnlich großen Bienenkorb, in dem ein Hornissenschwarm gefangen war. Damit wollte er eigentlich besonders große Bienen züchten. Da dies nicht gelang, warf er den Korb samt dem nixnutzigen und brusigen Inhalt in die gegnerische Schlachtreihe. Diese bäuerliche Fehde hatte ein gerichtliches Nachspiel vor dem Landgericht in Ortenberg und ist damit urkundlich überliefert. Nach dem Urteil durften die Appenweierer ihre Pferde nicht mehr neben der Wolfsgasse weiden lassen, die Urloffener die Durchfahrenden nicht mehr bedrohen.So wurden die Übernamen „Sandwängscht” für die Appenweierer und „Hornusser” für die Urloffener geboren, erzählt man sich.

Ursprung der Alde (die Alte)
Der Ursprung der Alde geht nicht so weit in die Geschichte zurück. Sie ist eine Figur aus jüngerer Zeit. Im gesamten mittelbadischen Raum ist der Appenweierer Altweiberball bekannt, der immer am Dienstag vor dem „Schmutzigen” ursprünglich in den Gaststätten und Hallen, seit einigen Jahren nur noch in den Hallen stattfindet, bereichert durch zahlreiche Stände und Straußwirtschaften der örtlichen Vereine. Er wurde in den fünfziger Jahren von der seinerzeitigen Sonnenwirtin ins Leben gerufen. Sie war auch die Erste, die als „Alde” verkleidet auftrat. Seither tun es ihr Jahr für Jahr Tausende am närrischen Geschehen teilnehmender Frauen und Männer am Altweiberball in Appenweier nach.

Neben dem schwarzen, langen Rock und dem gemusterten Oberteil, dem so genannten „Peter”, ist vor allem der mit bunten Federn geschmückte Hut ein wichtiges Merkmal der Appenweierer Alden.

In der Gruppe der Alden der NZA lebt heute die Tradition des Altweiberballs in Appenweier weiter.

Die Kinder- und Jugendgarde
Schon früh erkannte der Zunftrat, dass die Förderung der Jugendarbeit, gerade auch für eine Narrenzunft, von wichtiger Bedeutung ist. Sehr schnell wurde deshalb der Gründung einer Kindergarde zugestimmt und bereits beim Fastnachtsumzug im Jahre 1977 traten die ersten Gardemädchen in ihren schmucken, blaugoldenen (entsprechend den Ortsfarben von Appenweier) Uniformen an die Öffentlichkeit. Seither vollzog sich altersbedingt ein laufender Wechsel in der Garde, der jedoch glücklicherweise durch ausreichenden Nachwuchs nie zu sichtbaren Lücken geführt hat. Um eine Lücke zu den 15- bis 18-jährigen Mädchen schließen zu können, bot sich danach die Bildung einer Jugendgarde an. In Zusammenarbeit mit dem Turnverein Appenweier konnte auch dies erreicht werden, und so ist auch heute noch die Jugendgarde ein fester Bestandteil der NZA. Um aber auch für die männliche Jugend ein Angebot zu haben, wurde eine Sandwangscht-Jugendgruppe gebildet.Sandwangscht-Jugend
Um für die männliche Jugend ein Angebot zu haben, wurde in den achtziger Jahren eine Sandwangscht-Jugendgruppe gebildet. Kernstück dieser Jugendarbeit ist, die jungen Leute einerseits in die Aufgaben der NZA, Hege und Pflege des heimatlichen Fasentbrauchtums, einzugliedern. Anderseits bietet die NZA den Jugendlichen das ganze Jahr über eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung in Form eines reichgegliederten Jahresprogramms. Seit einigen Jahren beteiligen sie sich mit Show- und Hästänzen am Brauchtumsabend „Abbewihr im Narrenspiegel“. Ebenso wird ein Teil des Programms  am Fasentsonntag beim „Kindernachmittag“ in der Schwarzwaldhalle von der Sandwangschtjugend gestaltet. Sie hat die Farben der NZA an allen 4 Ortenauer Jugendnachmittagen vertreten, in dem sie immer aktiv das Jugendprogramm mit eigenen Beiträgen mitgestalteten. Darüber hinaus sind sie ein Kernstück bei auswärtigen Umzügen geworden und repräsentieren somit die Gemeinde Appenweier außerhalb der Ortsgrenze.

Im Sommerprogramm wird mit der Jugend auch einiges unternommen: Es werden Ausflüge in den Europa-Park nach Rust unternommen, auf der Liste war auch schon der Holiday-Park in Hassloch. Sie beteiligt sich regelmäßig am Programm beim Bachfest, außerdem stehen Grillnachmittage mit Spielen, Pizzaessen, Nikolausfeier usw. auf der Tagesordnung.

Angestrebtes Ziel dieser Sandwangscht-Jugend ist die Holzmaske, die beim Erreichen des 16. Lebensjahres übergeben wird.

Verantwortliche in der Narrenzunft Appenweier

Zunftmeister

Karl Hansert 

Tel.:     07805/2318

1. Stellvertreter  

Josef Grumer

Tel.:     07805/3414

2. Stellvertreter

Hanspeter Mayer

Tel.:     07805/2791

                                             

Fastnächtliche Aktivitäten
Die wichtigsten terminlichen Aktivitäten in der Fastnachtskampagne beginnen am 11.11. und enden am Aschermittwoch.

11.11.Fastnachteröffnung mit Programm

  • Ehrungen

  • Aufnahme von Hästrägern die ein Helferjahr absolvieren müssen

  • Alde und Sandwängschte steigen aus der Narrenkiste, Beiträge der Aktivengruppen

Brauchtumsabend „Abbewihr im Narrenspiegel“ (eine Woche vor Fastnacht)

  • Zum Programm gehören:
    Hästänze, Büttenreden, Showtänze, musikalische Einlagen, Gastauftritte usw.

Altweiberball (immer Dienstag vor dem „Schmutzigen Donnerstag“)

  •  Narrenzunft Appenweier organisiert mit den örtl. Vereinen

  •  Veranstaltungen in Hallen und Zelten mit Maskenprämierung

„Schmutziger Donnerstag“

  •  Sturm aufs Rathaus

  •  Schülerbefreiung

  •  Narrenbaumstellen mit anschließendem Hock im Zunfthaus

  •  Besuch Kindergärten, Altersheim, Banken und Geschäfte

Fastnachtsonntag

         

  • Umzug mit Schulgruppen, Narrenzunft, örtl. Vereine, Gastzünfte

  • Programm und Kindernachmittag in der Schwarzwaldhalle

Fastnachtsdienstag

  • Abschlussveranstaltung/Fastnachtskampagne beim Zunfthaus

  • Um diese Veranstaltungen durchführen zu können, trifft man sich in den einzelnen Gruppen.


Themen sind:

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Terminpläne eigene Veranstaltungen sowie auswärtige Veranstaltungen

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Einsatzpläne im Wirtschaftsbereich

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Programmbeiträge (Hästänze, Showtänze, Gokolores, Musikalisches usw.)

Sonstige Aktivitäten
Außerhalb der fünften Jahreszeit trifft man sich regelmäßig am ersten Dienstag des jeweiligen Monates im Zunfthaus (Info im Verkündblatt).

Sonstige Termine wie Fahrradtouren, Jahresausflug, Gruppentreffs werden im Sommerprogramm festgelegt und an die Mitglieder verteilt.

Im Juli jeden Jahres veranstaltet die Narrenzunft ein Bachfest rund um das Zunfthaus mit entsprechendem Programm.

Die NZA hofft, Ihre Aufmerksamkeit geweckt zu haben und das alles für 7 Euro Jahresbeitrag.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an eine der oben aufgeführten Vorstandsaktiven.

Karl Hansert
Zunftmeister

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