Appenweier-Urloffen. Zum jährlichen ökumenischen Gottesdienst im Schauenburg-Kindergarten war der Saal dicht besetzt. Über 30 Kinder und über 40 Eltern, Geschwister und Großeltern der Kinder haben teilgenommen. Auf Einladung des Schauenburg-Kindergartens leitete der evangelische Pfarrer Allgeier den Familiengottesdienst. Die Pfarrer der beiden großen Konfessionen führen abwechselnd den Gottesdienst im Kindergarten.
Muttertag und Vatertag haben die Erzieherinnen im Schauenburgkindergarten als Anlass genommen den Gottesdienst der Familie zu widmen. „Ich hab’ dich lieb“: In den Liedern, einem kurzen Theaterstück mit selbst gemalten Szenenkulissen und der kurzen, lebendigen Predigt von Pfarrer Allgeier, drehte sich alles um die Familie.
„Gesungen, geübt und
gemalt haben die Kinder vor dem Gottesdienst“, so Elisabeth Schneider,
Leiterin des Schauenburg-Kindergartens, in ihrer Begrüßung. Pfarrer
Allgeier saß anfänglich selbst in den Stuhlreihen der Eltern. In
schwarzen Jeans und weißem Hemd trat er zum liebevoll vom
Kindergartenteam hergerichteten Altar. Er erklärte den Kindern das
schwarze Kleidungsstück eines evangelischen Pfarrers, den Talar. „Seht
ihr, jetzt bin ich ein evangelischer Pfarrer“, sagte er im Anlegen des
Talars. Die Kinder hörten ihm aufmerksam zu. In seiner rechten Hand
hielt er eine Bibel. Eine kleine Bibel, wie der betonte, „für kleine
Kinder eine kleine Bibel. Es steht immer noch das Selbe drinnen, sie
kann überall mit und gelesen werden.“
Spaß hat der Gottesdienst gemacht, das war Kindern und Erwachsenen anzusehen. Sogar ein Baby als kleines Geschwisterchen wollte immer wenn die Kinder ein Lied anstimmten mitsingen, lachte und dirigierte gut im Takt. Die Kinder hatten nicht nur die Liedtexte sehr gut einstudiert und kräftig gesungen, sondern auch zu jedem Lied eine eigene Choreografie gezeigt.
Ein kleines Theaterstück wurde die Bilderbuchgeschichte „Weißt Du eigentlich wie lieb ich Dich hab?“ von Sam Mc. Bratney und Anita Jeram. Schneider las die Geschichte, die Kinder, welche bald in die Grundschule wechseln werden, zeigten nach und nach ihre selbst gemalten Bilder von Szenen aus der Geschichte. Pfarrer Allgeier erzählte auch wie Jesus Petrus fragte „Hast Du mich lieb?“
Wie lieb die Kinder ihre Mutter haben zeigten sie im Lied „Meine Mami“. Es beschreibt in drei lustigen Strophen aus Sicht der Kinder den Platz der Mutter im Leben der Kinder. Rote Rosen mit einem Herzen überreichten die Kinder ihren Müttern. Die Überraschung war gelungen, Kinder und ihre Mütter freuten sich. Auf den Herzen war ein Gebet geschrieben. Pfarrer Allgeier, selbst Vater, war überrascht von dem Lied, konnte das nur bestätigen und hatte seine Freude: „Das nächste Mal wünsche ich mir ein Lied ‚Mein Papi’“.
„Schön, dass Religion in einem staatlichen, kommunalen Kindergarten vermittelt wird“, lobt Eva Hertwig als Mutter das Engagement des Schauenburg-Kindergartens, Träger ist die Gemeinde. Kirchliche Feste wie zum Beispiel das Erntedankfest, Weihnachten und Ostern sind jedes Jahr fester Bestandteil von Spielen, Erziehung und Veranstaltungen wie dieser.
Schneider betont die Wichtigkeit der Wertevermittlung. In der Bildungsbiografie des Kindes müsse das Gefüge Sinn, Werte und Religion als eines der Bildungs- und Entwicklungsfelder des Kindes frühzeitig ausgebildet werden. Damit ist der Schauenburgkindergarten schon weit in der Anwendung des Orientierungsplanes Baden-Württemberg, der die Umsetzung in allen Kindertageseinrichtungen für das Kindergartenjahr 2009 / 2010 vorschreibt.