Pädagogischer Ansatz

 

Bildung ist ein lebenslanger und selbsttätiger Prozess zur Weltaneignung von Geburt an. Bildung ist mehr als angehäuftes Wissen. Kinder erschaffen sich Wissen über  die Welt durch eigene Handlungen.

Eine gelungene Entwicklung des Kindes braucht körperliches und seelisches Wohlbefinden.

Die Grundhaltung für professionelles Handeln beinhaltet die Motivationen des Kindes:

§         Anerkennung und Wohlbefinden erfahren

§         die Welt entdecken und verstehen

§         sich ausdrücken

§         mit anderen leben

 

„Was will das Kind?“

„Was braucht das Kind?“

Die Motivationen durchdringen die Bildungs- und Entwicklungsfelder.

 

Diese sechs Bildungs- und Entwicklungsfelder sind für die Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation eines Kindes von Geburt an leitend:

§         Körper

§         Sinne

§         Sprache

§         Denken

§         Gefühl und Mitgefühl

§         Sinn, Werte und Religion

 

Die blau gekennzeichneten Textpassagen  sind jeweils die Zitate des Orientierungsplanes zum betreffenden Bildungs- und Entwicklungsfeld

 

 

1.1. Bildungs- und Entwicklungsfelder „Körper“

 

Ziele aus dem Orientierungsplan:

Kinder

§         erwerben Wissen über ihren Körper und entwickeln ein Gespür für seine Fähigkeiten.

§         entwickeln ein erstes Verständnis für die Gesunderhaltung ihres Körpers

§         entfalten ein positives Körper- und Selbstkonzept als Grundlage für die gesamte körperliche, soziale, psychische und kognitive Entwicklung.

§         Bauen ihre konditionellen und koordinativen Fertigkeiten und Fähigkeiten aus.

§         Erweitern und verfeinern ihre grobmotorischen Fertigkeiten und Fähigkeiten.

§         Differenzieren ihre fein- und graphomotorischen Fertigkeiten und Fähigkeiten aus und erweitern sie.

§         Erfahren ihren Körper als Darstellung- und Ausdrucksmittel für Kunst, Musik und Tanz, darstellendes Spiel und Theater.

 

So setzen wir diese Ziele um:

In unserer Einrichtung bieten wir den Kindern die Möglichkeit, ihre Welt aktiv zu erschließen. Durch die vorbereitete Umgebung erprobt das Kind selbstbestimmt in den unterschiedlichen Funktionsräumen mit allen Sinnen seine Umwelt.

Konditionelle und koordinative Fertigkeiten entwickelt das Kind durch verschiedene Bewegungsanreize: In der Bewegungsbaustelle mit unterschiedlichsten Turn -und Rhythmikmaterialien, im angeleiteten Turnen, beim täglichen Spielen im Hof, bei den Wald- und Naturtagen, bei Spaziergängen und  beim Tanzen.

Das körperliche Wohlbefinden und ein erstes Verständnis für die Gesunderhaltung ihres Körpers erfahren die Kinder durch gesunde Ernährung, Zubereitung von Mahlzeiten (einen Kochtag im Monat pro Gruppe), durch tägliche Bewegung und durch Wissen über den eigenen Körper.

Unterschiedliche Körpererfahrung erlebt das Kind beim Rollen- und Theaterspiel, grob- und feinmotorische Anregungen  in den Innen- und Außenräumen des Kindergartens (Fahrzeuge fahren, klettern, balancieren, malen, schneiden, sortieren…) Durch Rückzugsmöglichkeiten (Kuschelecken) und durch Traumreisen und Massagen schaffen wir eine Wohlfühlatmosphäre

 

 

1.2. Bildungs- und Entwicklungsfeld „Sinne“

 

Ziele aus dem Orientierungsplan:

Kinder

§         entwickeln, schärfen und schulen ihre Sinne (hören, sehen, riechen, tasten, schmecken).

§         erlangen durch die differenzierte Entwicklung und Nutzung ihrer Sinne Orientierungs-, Gestaltungs- und Ausdrucksfähigkeit und lernen achtsam zu sein.

§         erfahren die Bedeutung und die Leistungen der Sinne.

§         nutzen alle ihre Sinne, um sich die Welt ästhetisch anzueignen, sich in ihr zu orientieren und sie mitzugestalten.

§         nehmen Bilder aus Alltag, Kunst und Medien bewusst wahr und setzen sich damit auseinander.

§         entwickeln vielfältige Möglichkeiten, Eindrücke und Vorstellungen ästhetisch -künstlerisch zum Ausdruck zu bringen.

 

So setzen wir diese Ziele um:

Die Kinder nehmen in unserer Einrichtung ihre Sinne bei vielfältigen Gelegenheiten wahr:

 

Das Hören wird geschult durch: Geschichten, Instrumente, Hörspiele, Geräuschedominos, Geräuscheraten, Sprachspiele, CD´s und Spiele zur phonologischen Bewusstheit (Laute heraushören, Silben, Reime….) und ganz besonders durch Musik.

Vielfältige Gelegenheiten zum Beobachten und Sehen  erfahren die Kinder durch Bilderbücher, Wimmelbücher, Experimente, Beobachtungsgänge, Einsatz von Lupen und durch das Alltagsgeschehen in der Einrichtung.

Unterschiedliche Erfahrungen der Sinne sind auch ganz besonders in der Natur und bei Naturereignissen (Regenbogen, Blätterrauschen) möglich. Sinnliche Erfahrungen wie Schmecken und Riechen erfahren die Kinder beim Umgang mit den Lebensmitteln, an Kochtagen durch gemeinsames Zubereiten eines Buffet, durch das Blumen- und Gemüsebeet.

Das Tasten und Fühlen wird durch den Umgang mit verschiedensten Materialien, die den Kindern frei zur Verfügung stehen, ermöglicht. Auch der Sinneserfahrung beim täglichen Spielen im Hof kommt große Bedeutung zu.

 

Die Gestaltung- und Ausdrucksfähigkeit entwickeln die Kinder durch unterschiedliche Gestaltungs- und Ausdrucksmittel:

Im Malatelier und in der Werkstatt stehen den Kindern die unterschiedlichsten Farben und Arbeitsmaterialien frei zur Verfügung und so wird die gestalterische Entwicklung in besonderer Weise angeregt. Die Kinder erfahren in Angeboten den Umgang mit den verschiedenen Materialien und können sich so selbst mit den verschiedenen Gestaltungsmitteln auseinandersetzen und kreativ werden.

Außer Kunst bieten auch Musik und Tanz die Möglichkeit schöpferisch aktiv zu werden. Im Musikzimmer fordern die Instrumente und vielfältige CD´s die Kinder auf, die Freude am Musizieren auszuleben. Materialien wie Tücher beleben den Tanz der Kinder und bereiten den Kindern viel Freude. Im Rollenspielbereich und bei Stehgreifspielen und Theater bringen die Kinder ihre Empfindung zum Ausdruck.

 

Die Orientierungsfähigkeit und das Verständnis für Zeit und Raum wird durch klare Strukturen in den Tageseinrichtungen geschult. So sorgen ein verlässlicher Tagesablauf, klare Strukturierungen in den Funktionsbereichen, Ordnungssysteme und klare Absprachen für eine gute Orientierung im Alltag.

 

 

1.3. Bildungs- und Entwicklungsfeld „Sprache“ 

 

Ziele aus dem Orientierungsplan:

Kinder                                                                                                 

§         erweitern und verbessern ihre nonverbalen und verbalen   Ausdrucksfähigkeiten

§         erweitern in der Verknüpfung von Sprache mit Musik, rhythmischem Sprechen und Bewegung ihre Sprachkompetenzen

§         nutzen Sprache um mit anderen zu kommunizieren,

§         eigene Ziele zu erreichen und mit ihren Mitmenschen zu leben.

§         Mit einer anderen Herkunftssprache erwerben Deutsch als Zielsprache und bauen es aus

§         erfahren unterschiedliche Sprachen als Ausdrucksmöglichkeit und Reichtum.

§         Lernen Schrift als alltäglichen Teil ihrer Lebensumwelt kennen und setzen sie ein

 

So setzen wir diese Ziele um:

Die Erfüllung der Ziele für das Bildungsfeld Sprache ist uns ein besonders wichtiges Anliegen und für die Gesamtentwicklung des Kindes von grundlegender Bedeutung.

Durch ein sprachanregendes Umfeld, durch sprachanregende Angebote und durch Raum und Zeit für Erzählen und freies Sprechen sorgen wir für eine  fördernde Umgebung, in der die Kinder zum Sprechen ermutigt werden.

Wir sorgen täglich für Sprachanlässe durch Begrüßung, Vorlesen, Nacherzählen, Bilderbücher, Märchen, Geschichten, Gedichte.

 Mit Anderen kommunizieren, sprechen und zuhören ist im Tagesablauf fest verankert. In den Bezugsgruppen werden in kleiner Runde erzählt, besprochen, Wünsche geäußert oder auch Konflikte geklärt. Über die Sprache  wird der Tagesablauf geregelt und das Gemeinschaftsleben z.B. durch die Kinderkonferenz organisiert. 

            In Sprachangeboten erweitern die Kinder ihr     Sprachvermögen und erleben Lieder, Fingerspiele, Reime, Kreisspiele, Sprachspiele, sowie das Nachsprechen von Unsinnwörtern als „lustvolles“ Übungsfeld für ihre Sprache.

Durch die wöchentliche Buchausleihe, durch Kopien

 der aktuellen Sprachangebote wie Fingerspiel, Liedtext,         Experiment werden die Eltern in das Übungsfeld ihrer Kinder mit einbezogen. Die Zusammenarbeit mit den Eltern stellt ein wichtiges Instrument in der intensiven Sprachförderung dar.

Kinder mit anderer Muttersprache werden im Alltag eingebunden und im Erlernen und Beherrschen der deutschen Sprache unterstützt. So lernen sie im Miteinander mit den Kindern sich zu verständigen, und die Sprache zu erlernen.

Die Kinder haben die Möglichkeit an einem Französischkurs teilzunehmen, um so eine andere Sprache als Erweiterung der Sprachkompetenz und Reichtum zu erleben.

Im Kindergartenalltag lernen die Kinder auch die Schrift als Mittel, um sich ausdrücken zu können. So erleben die Kinder z. B. durch das Projekt: „Buchstabenland“ spielerisch  die Welt der Buchstaben.

Durch Litracy werden Kinder angeregt zu kritzeln, schreiben, Merkzettel zu gestalten, Baupläne zu entwerfen oder Erzählungen aufschreiben zu lassen.

Durch unser ganzheitliches Sprachförderkonzept wollen wir der heutigen Spracharmut entgegenwirken und auch die Eltern ermutigen viel Zeit zum Sprechen und Zuhören zu gewähren, denn „die Grenzen deiner Sprache sind die Grenzen deiner Welt“.

 

 

1.4. Bildungs- und Entwicklungsfeld „Denken“

 

Ziele aus dem Orientierungsplan:

Kinder:

§         beobachten ihre Umgebung genau, stellen Vermutungen auf und überprüfen diese.

§         systematisieren und dokumentieren ihre Beobachtungen.

§         erkennen Muster, Regeln und Symbole, um die Welt zu erfassen

§         entwickeln Mengenvorstellungen und erkennen Ziffern.

§         erstellen Pläne (z.B. Tagesplan, Plan eines Festes, Bauplan, Wegskizze).

§         stellen sich und ihrer Umwelt Fragen und suchen nach Antworten

§         Experimentieren und verfolgen eigene mathematische und technische Ideen.

§         Reflektieren Regeln und Zusammenhänge

§         haben Freude am Mitdenken.

§         geben ihren Gedanken, Vorstellungen, Träumen und Wünschen einen ästhetisch-künstlerischen Ausdruck.

 

So setzen wir diese Ziele um:

Kinder denken in Bildern.

Dieser Form des bildhaften Denkens geben wir Raum durch unsere Funktionsbereiche, die die Kinder zum Mitdenken, Beobachten und Forschen anregen. Sei es im Bauzimmer durch Aufbauen, Umfallen lassen, Weiterbauen oder im Experimentenzimmer durch freies und angeleitetes Experimentieren einzeln, in Klein- oder Großgruppen. Der Prozess des Denkens wird durch Erfolg und Misserfolg geprägt, denn nicht jeder Versuch gelingt.

Die Kinder geben ihre hieraus gewonnenen Erfahrungen weiter und übertragen sie in den Alltag.

Sie sortieren die Materialien nach Farben, Größen, Formen und systematisieren bzw. klassifizieren sie somit.

Wir bieten den Kindern spezielle Bereiche mit verschiedenen anspruchsvollen Materialien, die nur für unsere „Großen“ zugänglich sind.

So können die Kinder ungestört arbeiten: z.B. mit Lego - Technik Zirkel, Laubsägen, Buchstabenstempel und Halsketten, sowie mit dem Elektrizitätsexperimentierkasten.

Alle Bereiche sind in unserer Einrichtung durch ein sorgfältig erarbeitetes Regelwerk klar strukturiert.

Großen Wert legen wir auf Visualisierung in den verschiedenen Bereichen durch Memotafeln, Kalender, Jahreszeitenuhr und durch Tafeln, die die Wochentage anzeigen.

Einen weiteren Aspekt des logischen Denkens fördern wir durch „Mathematik zum Anfassen“.

Maßband, Zollstock, Waage, Thermometer, Sanduhr und weitere mathematische Spielmaterien stehen den Kindern zur Verfügung. Durch die Projekte „Zahlenland“ und „Buchstabenland“ werden Denkprozesse angeregt, an die die Schule anknüpfen kann.

Weitere Impulse für das mathematische Verständnis geben Würfel-, Regel- und Kartenspiele und auch Orte wie die „Insel Durcheinander“, in der die Kinder nach Herzenslust Materialien ausschütten und vermischen, um sie anschließend wieder zu sortieren.

Bei Wald- und Naturtagen werden die Kinder in eine Welt des Staunens über die verschiedensten Naturphänomene versetzt und entwickeln eine Wertschätzung für die Achtung der Natur.

Im Alltag entlocken wir den Kindern  konstruktive Denkleistungen durch Anregen zum Zählen, Begriffsbildungen (leicht - schwer, viel - wenig) und vor  allem durch ausgiebige Gespräche. Die Klärung der Fragen unserer Kinder hat bei uns Priorität.

Wir zeigen den Kindern auch auf, wo man sich bei eventuell ungeklärten Fragen Hilfe holt, sei es in Lexika, Sachbüchern oder gar im Internet.

In unserer Einrichtung werden Kindern also vielfältige Möglichkeiten geboten, um Denkprozesse zu entfalten, damit sie die Welt entdecken und verstehen können.


 

1.5. Bildungs- und Entwicklungsfeld „Gefühl und Mitgefühl“

 

Ziele aus dem Orientierungsplan:

Kinder

§         entwickeln ein Bewusstsein für die eigenen Emotionen.

§         lenken den Handlungsimpuls, den ein Gefühl mit sich bringt, um ihm nicht wehrlos ausgeliefert zu sein.

§         entwickeln einen angemessenen, sozial verträglichen Umgang mit den eigenen Emotionen.

§         eignen sich Einfühlungsvermögen und Mitgefühl an, entwickeln Wertschätzung, nehmen die Gefühle anderer Menschen wahr und reagieren angemessen.

§         entwickeln Einfühlungsvermögen und Mitgefühl gegenüber Tieren und der Natur.

§         entwickeln ein Gespür für positives Nichtstun, Trödeln und die Seele- baumeln– lassen.

 

So setzen wir diese Ziele um:

Den Prozess der sozialen und emotionalen Entwicklung regen wir an durch eine vertrauensvolle Atmosphäre, das soziale Gefüge und durch feste Bezugspersonen.

Im gesamten Tagesablauf, in Rollenspielen und Gesprächen entwickeln die Kinder ein Bewusstsein für die eigenen Emotionen. Besonders in den täglichen Bezugsgruppen bieten wir den Raum, um Gefühle auszudrücken (Freude, Stolz, Ärger, Trauer).

Um einen angemessen sozial verträglichen Umgang mit den eigenen Emotionen zu lernen, sind feste Regeln und Rituale im Alltag gegeben. Über emotionsgeladene Situationen wird mit den Kindern reflektiert und gemeinsam Handlungsalternativen besprochen. In diesen Gesprächen ist uns die Wertschätzung jedes einzelnen Kindes wichtig.

 

In den regelmäßig stattfindenden Wald- und Naturtagen entsteht ein respektvolles Verhalten gegenüber der Natur. Da die Kinder an diesen Tagen die Natur mit allen Sinnen erleben, entwickeln sie Einfühlungsvermögen und Mitgefühl gegen über Tieren und der Natur.

 

Um dem Gespür für positives Nichtstun („Seele-baumeln-lassen“) Raum und Zeit zu geben, bieten wir Orte wie Kuschelecken, Hängematte, Spiegelzelt und Bällebad. Entspannung erfahren unsere Kinder auch durch Traumgeschichten, Entspannungsübungen und durch das tägliche Spiel im Außengelände.

 

Unser Raumkonzept bietet den Kindern entspanntes, ungestörtes Spielen und Arbeiten, und somit einen Ort, an dem sie sich Wohlfühlen.