Schulanfänger des Schauenburg-Kindergartens im Buchstabenland

pädagogische Lern- und Lesevorbereitung

Appenweier. Vor der Einschulung werden die zukünftigen Schulanfänger im Schauenburg-Kindergarten auf das bevorstehende neue Lebensumfeld durch Literacy vorbereitet. Die Kinder erweitern ihren Wortschatz im Spiel, das Spiel im Buchstabenland ermöglicht einen altersgerechten Zugang zur Schriftsprache.

Buchstabenland
Im Buchstabenland sind die 26 Buchstaben des Alphabets als Puppen personifiziert: Die Buchstaben erleben in den Vorlesegeschichten und Liedern allerhand Spannendes und Abenteuerliches. Die Idee des Buchstabenlandes entstammt von den Buchautoren Gerhard Friedrich und Viola de Galgôczy. Friedrich wird am 17.05. in der Schwarzwaldhalle vor ca. 300 Erzieherinnen und Erziehern sowie 150 Lehrerinnen und Lehrern in einer Informationsveranstaltung zum Thema „Bildung von Anfang an - Früh fit“ referieren. Veranstalter ist das Landratsamt in Personalunion mit der Gemeinde, die Bewirtung übernimmt die Klasse 4 von Schulrektorin Laura Roth.

Sprach- und Schriftkompetenz.
Allem Lernen in der Schule liegt eine Schriftkultur, d.h. Einsicht in das alphabetische Prinzip unserer Schriftsprache, zugrunde: Die Schrift muss für den weiteren Lebensweg Inhalte und Bedeutung vermitteln können.
Mit Literacy soll ein Entwicklungsvorteil von Sprach- und Schriftkompetenz und damit auch ein guter Ausgangspunkt für den Schulerfolg sowie die Bildungslaufbahn geschaffen werden. In allem liegt das Erkennen von Sinn bildenden Zusammenhängen (zum Beispiel: Buchstabe, Wort, Satz, Geschichte, Buch). Es geht auch um die aktive Bedeutung von Sprache und der passiven von Schrift.

Praktische Anwendung.
Wie kann das gehen? Der Kindergarten greift zunächst das alterstypische Interesse der Kinder auf und zieht die Buchstaben, Reime, Geschichten und Bücher in den Tagesablauf im Kindergarten mit ein. Zunächst muss das Kind lernen die Buchstaben herauszuhören um die Bedeutung zu erkennen und die Unterschiede bezeichnen zu können („Sonne“ - „Tonne“). Jedes Kind kann auch Bücher selbständig nach seinem Interesse auswählen und ausleihen. Die ausgeliehenen Bücher werden von den Eltern dann zuhause vorgelesen oder erklärt. Eine praktische Anwendung üben die Erzieherinnen mit den Kindern auch im Schreiben von Einkaufslisten. Von den Erzieherinnen vorgelesene Geschichten werden im Rollenspiel durch die Kinder nachgespielt. Die Geschichte von „Ronja Räubertochter“ wird im Juni in Oberkirch aufgeführt, die zukünftigen Erstklässler werden das Theaterspiel besuchen und werden vorher gut auf die Geschichte und Handlung vorbereitet sein. Elisabeth Schneider, Kindergartenleiterin: „Besonders wichtig ist es, dass die Erwachsenen, ob Eltern oder Erzieher, den Kindern Märchen, Geschichten mit Spannung vorlesen. So finden die Kinder selbst einen begeisterten Bezug zum Buch. Durch die Geschichten und Bücher sind die Kinder dann sensibilisiert für Schriftsprache.

Hintergrund:
Literacy ist der Sammelbegriff für alle Erfahrungen, die ein Kind um die Buch-, Schrift-, Erzähl- und Reimkultur machen kann. So macht das Kind schon im Vorschulalter Erfahrungen mit dem Objekt Buch an sich (zum Beispiel: lesen, vorlesen, kaufen, verschenken) und dem Sinn der Geschichte an sich (zum Beispiel: erfinden, erzählen, hören, aufschreiben).
Als ganzheitlicher Ansatz wird die Hinführung zur Schriftsprache in allen ihren Erscheinungsformen verstanden. Die einzelnen 26 Buchstaben aus der Sprache heraushören bedarf der hohen Sensibilisierung der Kinder und ist Grundlage für das spätere Erlernen von dem Lesen und dem Schreiben in der Schule.
Weitergehend und praktisch orientiert erlernt das Kind aber auch die meist persönlichen, auch emotionalen Bezüge zum Brief als Verbindung zweier Personen (Sender und Empfänger) durch die Schrift sowie den rein nützlichen Bezug zu einem Notizzettel als Gedankenstütze für einem selbst.

Die Schulanfänger des Schauenburg-Kindergartens sind bei ihrer Reise ins Buchstabenland bereits bei" L" angekommen. Mit großer Begeisterung erleben die Kinder die märchenhafte Welt des Buchstabenlandes. Gabi Meinel und Elisabeth Schneider leiten das Projekt, das den zukünftigen Erstklässlern einen emotionalen Zugang in die Welt der Schrift eröffnet.

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